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Im Hintergrund erheben sich von Nebel und Dunst leicht grau-bläulich gefärbte Berghänge mit einigen Grasflächen, Steinhängen und Nadelwäldern. Wahrscheinlich sind wir irgendwo in den Alpen. Wir sitzen an einem Hang, hinter uns das Panaroma. Ein paar von der Sonne in Licht getauchte Blätter ragen im Vordergrund ins Bild. In der Mitte sitzt meine Mutter und ich auf ihrem Schoß. Sie hat eine dunkelrot-violette große Strickjacke an und umarmt mich, so dass auch ich in die wohlige Wolle gemummelt werde. Wir grinsen beide in die Kamera.
Dieses Urlaubsbild habe ich vor Augen. Ich bin ca. 4 oder 5 Jahre alt. Es zeigt die große Liebe und Wärme, die immer von meiner Mutter ausging (und das immer noch tut), wie sie mich beschützt und mir viel Nähe gibt. Boa, ich krieg schon feuchte Augen.
Aber was ich eigentlich erzählen wollte, ich habe keine Strickjacke auf dem Foto an, sondern – ich glaube – einen hellrosafarbenen Sweater. Und damit hab ich meiner Mama ganz schön weh getan.

Sie hatte die dunkelrot-violette Strickjacke auf dem Foto selbst gestrickt. Heute – und ich kann noch nicht mal stricken – erst heute weiß ich, wieviel Arbeit das ist und habe großen Respekt davon. Und dann hatte sie mir auch solch eine Stickjacke gestrickt. Quasi im Mutter-Tochter-Look. Heute – und jetzt bin ich selber Mama – finde ich die Idee total süß. Und hey, ich war schließlich 4 oder 5 Jahre alt. Aber ich habe meine Strickjacke nur ein einziges Mal angehabt. Die Wolle kratzte. Ich habe geschrien und geheult und daran herum gezogen. Mich echt mit Händen und Füßen gegen das „Ding“ gewehrt – leider mit Erfolg. Von da an bekam ich nur noch Sweatshirts. Ich glaube wirklich immer. Ich kann mich nämlich an keine einzige Strickjacke in meiner weiteren Kindheit erinnern.
Was war ich undankbar! und da sitzt meine Mama mit mir an dem Wanderweg und umarmt mich so liebevoll.
Hm, tja, so ist das wohl mit der Mutterliebe.
Die Liebe erfordert keine Gegenleistung oder Dank.
Kinder sagen nie danke. Das habe ich auch in einem Elternbuch gelesen, dass man sich auf so einiges gefasst machen müsste. Da tut man jahrelang ALLES fürs Kind – gibt seinen Körper, seinen Schlaf (!), sein bisheriges Leben (Hobbies, Freunde, feiern zumindest teilweise) auf, kümmert sich um den Nachwuchs und nach ca. 15 Jahren werfen sie einem an den Kopf, sie würden einen hassen oder nur noch weg wollen und nach ein paar weiteren Jahren sind sie dann auch weg und einfach nur froh darüber!

Ts… wofür macht man sich diesen Stress?
Hat mich aber nicht davon abgehalten, selbst Mama zu werden. 🙂 Natürlich nicht. Mutter sein ist eben bedingungslos. Und wahnsinnig stark! Man bekommt auch viel zurück. Insgesamt ist das Leben emotionaler und intensiver mit Kindern, würde ich sagen. Egal wie ausgeglichen und rational man vorher war, spätestens ein Baby zeigt einem, wie temperamentvoll man werden kann.
Ich habe mich auf jeden Fall darauf eingestellt, die nächsten Jahrzehnte erstmal keinerlei Danke von meinem Sohn zu erhalten. Aber das ist auch völlig OK. Ich wünsche mir, dass er ein liebevoller, an anderen Menschen interessierter, seinen eigenen Leidenschaften und Werten folgender, respektvoller, freundlicher Mensch wird. Das werde ich versuchen ihm zu vermitteln, mit auf den Weg zu geben, wie es so schön heißt. Und wenn er selbständig genug ist, dann soll er seinen eigenen Weg gehen – aber mich bitte doch regelmäßig anrufen und besuchen. 🙂 Das wäre schon schön!

So, und da mir das heute ziemlich bewusst ist, habe ich heute ein paar Karten zum Dank sagen gemalt. Sonntag ist Muttertag. Ja, solche künstlichen Feiertage finde ich auch etwas merkwürdig, aber hey, wir alle müssen einfach von Zeit zu Zeit an ein paar Dinge erinnert werden.
Zum Beispiel, eben dass wir als Kind wohl nie danke gesagt haben, obwohl unsere Mutter immer für uns da war, uns umarmt hat, uns beschützt, uns zugehört, die Tränen von der Wange gewischt hat, uns bei Erkältungen ins Bett gekuschelt hat, uns so viel leckere Sachen gekocht hat und irgendwann erlaubt hat, zu der Party zu gehen, zu der wir so gerne wollten und uns dann auch hat ziehen lassen, voller Stolz endlich „alt genug“ zu sein. Und obwohl wir sie sicher hier und da mit unseren naiven oder bewusst giftigen Kommentaren enttäuscht und verletzt haben. Sie hat es sich nicht anmerken lassen und uns einfach unsere „Phase“ durchleben lassen.
Mensch, ich bin so dankbar! Und das schreib ich ihr jetzt noch in die Karte.

So, und hier die Karten, die ich gemalt habe. IMG_4611_web
Man braucht im Prinzip nur Karten und einen schwarzen Fineliner.

 

 

 

Die Karten sind vorgefertigte weiße Karten in DIN B6-Größe (von McPaper im 5er-Pack), dazu ein Fineliner von Molotow (Stabilo geht aber auch) und nach Bedarf Bleistift, Radiergummi und einige Farbstifte.

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Ein Herz, na klar, muss dabei sein. Hier inspiriert von Pamela Keravuoris  Herzen-Doodle-Technik.

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Hier eine Skizze einer (meiner) Mutter. Wobei diese Dame hier natürlich verdammt jung aussieht. Aber es wäre ja auch fies, eine Mutter immer gleich “älter” zu zeichnen – obwohl schon was daran dran ist, dass Mütter meist auch gleich ein paar mehr Falten haben. Bei mir war es jedenfalls so, denn mein Sohn war in den ersten Monaten kein sonderlich guter bzw. langer Schläfer… Tsss… jetzt ist’s aber viel besser!

Inspiriert von Cori Dantinies “Recipe for a face”.

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Und hier ein florales Bild – auch inspirert von Cori Dantinis Blumen. Alle drei Doodle-Übungen findet man in dem wunderschönen Buch “Craft-a-doodle” von Jenny Doh, das so viele tolle Inspirationen und Doodle-Anleitungen parat hält. Ich bin total verrückt danach und habe mir zum Ziel gesetzt, alle 75 Übungen in den nächsten Wochen und Monaten mal auszuprobieren.

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Happy Muttertag! Schön, dass es dich gibt und schön, dass es all die Mamas dieser Erde gibt. Ihr erweist euren Kindern einen Bärendienst – jeden Tag!