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Glaubst du vielleicht, du hast keine schöne Schrift? Ich glaube das nicht! Ich glaube vielmehr, du bist entweder sehr kritisch mit dir selbst bist, oder dass du deine Handschrift mit deiner Notizschrift verwechselst.

Ich unterscheide gerne zwischen der Handschrift und der Notizschrift. Mit Notizschrift meine ich die Schrift, mit der du dir den Tag über Sachen notierst. Meist sind es Notizen eines Telefonats, Mitschriften bei einem Termin oder der gute Einkaufszettel. Allen gemein ist, dass du sie zum einen nur für dich selbst schreibst und zum anderen, dass du sie meist unter Zeitdruck schreibst. 

Genau genommen notierst du nur deine Gedanken, du schreibst keinen Text. 

Wenn du nur für dich schreibst, wirst du sofort „schlampiger“ schreiben als wenn du für die Augen jemand anderes schreibst. Zumindest wenn du es gut mit deiner Leserin oder dem Leser meinst, denn dann wirst du berücksichtigen, dass sie oder er deine Schrift nicht per se so einverleibt haben wie du und dein Auge. Deine eigene Schrift kannst du immer erkennen und lesen. Du kennst sie so gut, und du warst ja selbst dabei, als aus dem Gedanken in deinem Kopf diese Wörter auf dem Papier wurden. Dein Gedächtnis hilft beim Lesen zusätzlich. Für einen Fremden sind deine Gedanken dagegen völlig neu.

Hinzu kommt der Zeitdruck. Unter Zeitdruck schreiben heißt automatisch ebenfalls unleserlicher schreiben. Für die Lesbarkeit sind einige Faktoren besonders wichtig: zum Beispiel dass gleiche Buchstaben gleich aussehen oder dass die Buchstaben und Wörter ausreichend Abstand genießen. So etwas leidet unter Zeitdruck immens. 

Kann es sein, dass du meistens Dinge nur notierst, statt sie zu schreiben? 

Das Gute daran: wenn deine Notizschrift eher unleserlich wirkt, ist nichts verloren! Wenn du das nächste Mal eine Karte – vielleicht eine Osterkarte? – schreibst, schreibe mit deiner Handschrift! 

Hier habe ich 7 schnelle Tipps, wie du von deiner Notizschrift zu einer schönen Handschrift kommst.

1. Nimm dir Zeit

Zunächst die Zeit. Nimm dir (mehr) Zeit zum Schreiben. Schreibe schlicht langsamer. Konzentriere dich auf die Linien und Schwünge. 

Es hilft sogar, wenn du ruhige Musik laufen lässt. Entspanne dich vor dem Schreiben und nimm das Tempo raus. Wirklich, schreibe langsam, sage dir immer wieder „Lang-sam“.

2. Forme konsistente Buchstaben

Das Zweite ist Konsistenz. Wir empfinden eine Schrift als ästhetisch, wenn sich die Elemente wiederholen. Jeden Buchstaben kannst du dir als ein Konstrukt aus verschiedenen Bausteinen vorstellen. Es gibt, Linien, Kreise und Schlaufen. Schau, dass die gleiche Elemente, z.B. die Schwünge beim „l“, „f“ und „b“, in etwa gleichmäßig geformt sind.

3. Benutze Hilfslinien

Lege dir ein Linienblatt unter, wenn es geht. Oder ziehe dir zumindest mit einem Bleistift die Grundlinie, auf der die Buchstaben „sitzen“ sollen, und noch eine Kopflinie, bis zu der alle Schlaufen und langen Aufstriche hoch ragen. 

So entsteht direkt ein ordentlicheres Bild, weil alle Buchstaben gleich hoch sind und auf der gleichen Linie aufsetzen.

4. Schreibe den Text vor und mache eine Aufwärmübung

Schreibe dir den Text, den du z.B. auf die Karte schreiben möchtest, unbedingt vor. Ja, es dauert auch wieder ein wenig Zeit. Aber es lohnt sich. Denn wenn du nicht über den Text, den du schreiben möchtest, während des Schreibens nachdenken musst, kann sich dieser (linke) Teil deines Gehirns zurück ziehen und dem (rechten) Teil, der für das Visuelle zuständig ist, den Raum geben, damit dieser sich darauf konzentrieren kann, die Buchstaben schön gleichmäßig zu formen. 

Wenn du beides gleichzeitig machst, kannst du dich schlicht weniger darauf konzentrieren schön zu schreiben.

Du kannst auch einzelne Wörter üben. Zum Beispiel für die Anrede oder wenn du vorne auf die Karte noch ein „Frohe Ostern“ oder Ähnliches schreiben möchtest. Schreibe die Wörter einige Male vor, dann werden die Schwünge beim „richtigen“ Schreiben viel runder.

Außerdem kannst du generell Aufwärmungen machen. Das ist kein Witz! Auch das Schreiben ist eine (wenn auch kleine) Muskelübung deiner Hand. Wenn du die Muskeln vorher aufwärmst und die Schwünge, Schlaufen und Striche kurz übst, dann gehen sie ebenfalls leichter, einheitlicher und gleichmäßiger von der Hand. 

Insbesondere solltest du eine Aufwärmung machen, wenn du mit einem besonderen Stift schreibst, z.B. einem Brush Pen oder Pinselstift. So kannst du dich an die Spitze des Stiftes gewöhnen und z.B. den Tintenfluss „warm schreiben“.

5. Nimm besondere Buchstaben als Vorbild

Wenn du ein Fan von schönen Schriften bist, kannst du dir auch eine Schrift heraussuchen und davon einzelne Elemente kopieren. Zum Beispiel die Großbuchstaben oder eine besondere Schlaufe für alle kleinen „g“, „j“, „y“-Buchstaben. So ein kleiner Twist zu deiner „normalen“ Schrift macht schon total viel her. 

Hier habe ich ein Beispielalphabet in Schreibschrift für dich als Inspiration.

6. Benutze schönes Material – deinen Lieblingsstift und glattes Papier

Nimm dir schönes Material, mit dem es dir Spaß bringt zu Schreiben. 

Wenn du schon anfängst und dich darüber ärgerst, dass der Stift einseitig abgeschrieben ist oder schon erste Zeichen zeigt, dass er bald leer sein wird, dann wirst du auch direkt wenig Lust haben auf das Schreiben. Obendrein ist bei einem abgeschriebenen Stift es wahrscheinlich, dass auch die Linien an sich tatsächlich ausreißen oder unterschiedlich dick sein werden – und nicht in einer schönen, konsistenten Art. 

Suche dir also einen besonders schönen Stift, mit dem du gerne schreibst. 

Außerdem sollte das Papier möglichst glatt sein, damit der Stift schön darüber gleitet. Auch dies hilft, damit die Handschrift ebenmäßig und hübsch aussehen wird. 

7. Übe – am besten jeden Tag mit viel Freude und schöner Musik

Der letzte Tipp für eine schönere Handschrift ist üben. 

Wir schreiben heute viel seltener mit der Hand als noch vor 10 oder 15 Jahren. Wie schon gesagt, mit der Hand schreiben ist auch eine Muskelarbeit des Körpers. Wenn man dies selten tut, verlernt der Körper die Bewegung und wird steifer. Übung hält die Hand frisch, könnte man sagen. 

Das Schöne beim Üben der Handschrift, oder des Handlettering, ist, dass das Üben wirklich Spaß bringen kann. Lege dir schöne Musik ein, setze sich an einen schönen Platz. 

Nimm dir vor, es jeden Abend für nur fünf Minuten zu machen. Oder am Morgen beim ersten Kaffee. Oder nimm dir ein Wort pro Tag vor, das du z.B. in deinen Kalender oder dein Journal schreibst. Das kann der Name des Wochentages sein oder ein Erlebnis des Tages. 

Nur ein Wort in Schönschrift pro Tag, das sind 365 schön geschriebene Wörter in einem Jahr. Das ist quasi eine ganze Kurzgeschichte! Und jeden Tag bleibt deine Hand dran gewöhnt. 

 

So, das sind meine 7 Tipps für eine schönere Handschrift. Lass mich hören, ob du noch mehr Tipps hast oder wie sie dir gefallen.

Ich wünsche dir ganz viel Spaß beim schön Schreiben! 

Liebste Greetz

Deine

Silja