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Das Wetter war wieder so schön heute Vormittag. Da hab ich mir meine Kamera und mein Handy geschnappt und mich auf eine kleine Fototour in meinem Viertel begeben.

Aber statt “nur” schöne Motive zu suchen, ging es mir darum, die allgemeinen Regeln für eine gute Bildkomposition mal wieder aufzufrischen und dabei einfach Spaß zu haben und das Fotografieren zu genießen. Klingt komisch, ist aber so.
Denn die Regeln des Bildaufbaus in der Fotografie laden echt zum Experimentieren ein! Anstatt die Kamera vors Auge zu ziehen und abzudrücken, probiere ich viel mehr aus, wenn ich mir mal wieder die Regeln zur Bildkomposition ins Gedächtnis rufe. Das kann verdammt witzig sein – sogar an einem Ort, an dem man sonst keine neuen Motive entdeckt, weil man dort so oft ist, wie z.B. direkt in der eigenen Nachbarschaft.

Obwohl ich auch meine DSLR-Kamera dabei hatte, ich habe dann nur mit meinem iphone fotografiert. Die Bildkomposition ist mindestens genauso wichtig wie das Equipment. Und wenn man die einfachen Regeln der Bildkomposition beachtet (oder bewusst missachtet), dann wird jedes Bild ratz fatz viel besser – egal mit was für einer Kamera sie gemacht werden. Es ist echt total easy, seine Bilder – auch die mit dem Handy fotografierten – besser zu machen. Ich habe hier meine 13 wichtigsten Tipps ausprobiert und zusammenfasst. Aber seht selbst!

#1: Es gibt nur einen König

Ein gutes Bild zieht die Aufmerksamkeit auf ein Motiv, nicht mehrere. Dabei muss (und darf) das Motiv gar nicht in der Mitte des Bildes sein.

Seht her: Wer ist hier der König?

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Und hier?

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Das ist auch der Grund, warum man so gerne mit Unschärfen arbeitet bei den Spiegelreflexkameras. Wenn man den Hintergrund in Unschärfe taucht (geringe Tiefenschärfe durch niedrige Blende), dann tritt automatisch das Motiv, das man scharf gestellt hat (fokussiert), in den Vordergrund und bekommt all die schöne Aufmerksamkeit.

Aber bei Handykameras ist das (noch) nicht möglich und passiert nur manchmal, wenn man ein Objekt von ganz nah fotografiert.

Und wenn es nun aber zwei Leute im Bild sind, die ich gleichwertig in Szene setzen will? Dann sind beide zusammen der eine König! Soll heißen, sie sollten nah beieinander stehen und im Bild so was wie eine Einheit bilden. Also, bei Freunden und Familie: Köpfe nah beieinander, umarmen, einer gibt dem anderen ein Küsschen etc. Das wirkt zumindest schöner.
Bei drei oder mehr Leuten, Unruhe reinbringen. Nicht alle Köpfe auf einer Höhe, irgendwer muss nach vorne, einige können sich seitlich stellen, einige umarmen sich, etc. Das ist ein bisschen wie bei „gestuft gesteckten“ Blumensträußen. *grins*

Und wenn die beiden lose Bekannte sind, die partout nur so nebeneinander stehen? Schwierig. Dann klingt das eh nicht nach einem Foto, das du dir aufhängen oder als Bildschirmhintergrund setzen willst. *zwinker* Die Politiker schütteln sich dann die Hände.

#2: Meide die Mitte

Das Motiv (also das Objekt, Gesicht, Blume), das du fotografieren möchtest, sollte nie komplett in der Mitte platziert sein. Das sieht irgendwie langweilig aus.
Stattdessen richtet man sich nach der sog. 2/3-Regel. D.h. du stellst dir vor, über deinem Bild liegt ein Gitter mit neun Felder. Meide das Feld in der Mitte. Platziere das Zentrum deines Motivs (z.B. das Gesicht oder nur die Augen) auf einer der Linien um die Mitte herum, d.h. immer auf der 2/3 Linie des Bildes.

Das gilt dann übrigens auch für den Horizont. Den Horizont sollte man immer knapp über oder unterhalb der Bildmitte platzieren oder ganz extrem am oberen oder unteren Rand des Bildes.

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#3: Trenne Vorder- und Hintergrund

Damit will ich sagen: berücksichtige die Tatsache, dass es einen Vordergrund und einen Hintergrund gibt. Trenne den Vorder- und den Hintergrund. Das geht einher mit dem ersten Punkt, dass man das Motiv in den Vordergrund rückt. Noch besser wird das Bild, wenn du dann auch noch bedenkst, wie der Hintergrund auch tatsächlich in den Hintergrund rückt.

Bei Porträts sollte z.B. ein neutraler Hintergrund gewählt werden. Also entweder die Person vor einer hellen (weiß, grau) Wand fotografieren oder über die Blende sicher stellen, dass der Hintergrund unscharf wird. Auf jeden Fall versuchen, einen nahezu einfarbigen Hintergrund zu erzeugen.
Das erreicht man manchmal auch, indem man um das Motiv herum geht und schaut, was im Hintergrund stört (z.B. ein Baum, ein rotes Haus) und dann einen Winkel aussucht, bei dem dann kein Störenfried den Hintergrund zu aufregend gestaltet.

OK, hier hatte ich tatsächlich Schwierigkeiten, da ich wie gesagt, mit der Handykamera fotografiert habe. Und zudem alleine war. Also war das Porträtfotografieren eine Herausforderung. Ich habe dafür einen “interessanten, aber fast einfarbigen” Hintergrund gewählt. Wichtig auch hier natürlich, sich nicht direkt in die Mitte zu setzen.

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#4: Linien führen durchs Bild

Bei Architektur- oder Landschaftsfotos heißt das, versuche durch eine Linie im Bild, die nach hinten führt, die Tiefe „in Szene“ zu setzen. Z.B. indem man einer Straße entlang fotografiert, oder einer Allee oder einer Häuserzeile.

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#5: Nutze natürliche Rahmen

Der Betrachter mag es immer, wenn seine Aufmerksamkeit geführt wird. Entweder durch die Linien oder auch durch Rahmen. Durch irgendwas, dass den Blick einengt. Z.B. ein natürlicher Rahmen aus Blättern, von Zweigen die oben über das Bild hängen oder indem man durch ein Tor hindurch auf den Kirchplatz fotografiert.
Hier habe ich es mal mit einer Brücke versucht.

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#6: Bewegung braucht Platz

Das ist so wie bei Kindern. Wer sich viel bewegt, braucht auch den Platz dafür.
Wenn man etwas sich bewegendes fotografiert (z.B. eine Katze oder ein Auto), sollte man darauf achten, dass man noch etwas „Luft“ dort lässt, wohin das Objekt sich bewegt. Sonst sieht es ein bisschen so aus, als würde der Rennfahrer gleich gegen den Bildrand knallen.

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#7: Experimentieren macht Freude

Man sollte die Regeln kennen, üben und anwenden. Aber dann darf man diese Regeln auch bewusst wieder brechen. Das ist ja das Spannende.

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#8: Perspektiven soll man wechseln

Du hast also etwas entdeckt, das du fotografieren willst, dein Motiv. Doch du hast erst einen Blick darauf geworfen. Mach ein Foto davon, aber mach jetzt weiter! Wechsele die Perspektive.

Geh auf den Boden, knie dich hin, fotografiere von unten (Froschperspektive).

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Steige auf irgendwas rauf, z.B. eine Mauer oder Bank (Vogelperspektive).

Oder mach ein Foto von oben, direkt über dem Motiv.

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Gehe näher ran oder weiter weg.

Gehe um das Objekt herum. Betrachte dabei den Hintergrund. Gibt es etwas, das unbedingt oder unbedingt nicht mit aufs Bild soll?

#9: Am besten viel Licht bei wenig Sonne

Klarheit der Farben, Kontraste, Stimmung – alles hängt wesentlich vom Licht ab.

Daher sollte man wenn möglich bei Tageslicht zu fotografieren.
Wenn es doch drinnen sein muss, sind Fenster unsere Freunde.
Eine besondere Stimmung gibt es in der Stunde vor dem Sonnenuntergang.
Portraits sollte man nie in direkter Sonneneinstrahlung fotografieren, da erstens die Person geblendet wird und im Gesichtsausdruck verkrampft und zweitens ziemlich hässliche Schatten entstehen. Zum Beispiel solche Zacken unter der Nase, die Falten, etc.

 
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Besser…

#10: Sei anders, sei ein bisschen verrückt, sei extrem

Probiere aus. Irgendwas. Z.B. sich auf den Boden legen. Durch die Beine hindurch fotografieren.
Nimm vorher lustige Gegenstände wie z.B. Spielzeug oder farbenfrohe Deko-Sachen wie z.B. knallbunte Bänder mit auf die Fototour und bringe die mit ins Bild.
Nimm einen Zettel, schreib was drauf und halte ihn mit ins Bild.

Stell dich vor dein Motiv und überlege: wie hat wohl noch keiner das hier fotografiert?

Ich mag einfach Spaß beim Fotografieren zu haben. Ich mag es, wenn ich etwas tue, das mich zum Lachen bringt.
Bärchen und Theo die Rutsche runter rutschen zu lassen war total witzig. Es sah manchmal so lustig aus! Und das versuche ich dann einzufangen.

 

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#11: Suche die Symmetrie

Wenn du ein im Empfinden „schönes“ Bild machen möchtest, suche die Symmetrie und setze die in Szene. Unsere Augen mögen Symmetrie.

Prinzipiell solltest du dich bei jedem Bild entscheiden: will ich Symmetrie oder Dynamik?

Symmetrie bringt Ruhe. Suche Linien und gleiche Formen. Hier darfst du von der Regel mit der Mitte abweichen. Du kannst aber trotzdem die zentralen Punkte auf den 2/3-Rändern platzieren.

Dynamik bringst du rein, indem du bewusst von der Mitte abweichst. Noch mehr Dynamik bringt es, wenn du das Bild kippst.
Aber Vorsicht, das wird sehr schnell auch künstlich und übertrieben. Trotzdem: immer ausprobieren!

 

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#12: Suche nach Details

Spannend werden Fotos, wenn du dich auf die Suche nach kleinen, lustigen, unerwarteten Details begibst. Das überrascht und macht das Bild zu etwas Besonderem.
Oft kann man dadurch auch Leute zum Lachen bringen. Also, suche die Details. Und dann setze sie in Szene, lenke die Aufmerksamkeit auf sie. Durch die Stilmittel, die ich schon beschrieben habe, z.B. durch Linien die zu dem Detail führen, einen natürlichen Rahmen, indem sie von der Symmetrie ausbrechen oder einfach der Hintergrund unscharf wird.

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#13: Nach dem Bild ist vor dem Bild

Bildbearbeitung ist so etwas wie ein Foto zu entwickeln. Ich finde es mittlerweile total normal. Früher fand ich, man würde ein Foto dadurch verfälschen.
Im iphone sind schon einige modische Retro-Filter verfügbar, Bearbeitungstools und dazu gibt es noch jede Menge Apps.

Die wichtigsten Schritte bei der Bildbearbeitung:
– Helligkeit erhöhen
– Kontrast erhöhen
– Bildausschnitt anpassen (um störende Elemente zu entfernen oder eben doch noch nachträglich das Motiv aus der Mitte heraus zu platzieren)

Damit kommt man schon mal weiter.

Oder man nimmt einen der verfügbaren Filter. Z.B. hat heute bei mir der Filter “Sofortbild” sehr gut bei den Selfies funktioniert. Durch das Aufhellen und den Kontrast wird z.B. die Haut weicher. *grins*

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Und ein letzter Tipp fürs Fotografieren mit dem Handy: vor dem Foto solltest du die Linse abwischen. Das vergessen die meisten Leute. Dabei tragen wir das Handy ständig in irgendwelchen Taschen herum oder legen es ab. Da kommt ständig Staub auf die Linse. Also, am besten gewöhnt man sich an, die Linse immer kurz abzuwischen, wenn man das Handy zückt, um ein Foto zu schießen.

Hier eine kurze Zusammenfassung:

  1. Es gibt nur einen König
  2. Meide die Mitte
  3. Trenne Vorder- und Hintergrund
  4. Linien führen durchs Bild
  5. Nutze natürliche Rahmen
  6. Bewegung braucht Platz
  7. Experimentieren macht Freude
  8. Perspektiven soll man wechseln
  9. Am besten viel Licht bei wenig Sonne
  10. Sei anders, sei ein bisschen verrückt, sei extrem
  11. Suche die Symmetrie
  12. Suche die Details, die keiner sieht
  13. Nach dem Bild ist vor dem Bild

Auf zur Foto-Schnitzeljagd

Und hier mein „Aufgabenzettel“ für meine heutige Fototour. Ich habe mir immer einen Punkt vorgenommen und dazu die Fotos gemacht. Kann ich nur empfehlen, man lernt seine Nachbarschaft echt mal wieder ganz anders kennen und verinnerlicht die oben beschriebenen Regeln.

  • Be colorful
  • be extreme
  • be different
  • be weird
  • try out different perspectives
  • try something with symmetry
  • try something with a natural frame
  • try something with lines running through the image
  • zoom in and capture details
  • take fun & colorful deco stuff
  • look for some innocent/weird detail

 

Viel Spaß!

Liebe Grüße
Silja