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Gar nicht so leicht im Alltag neben Job, Kindern und den üblichen Verpflichtungen Zeit für dich und deine Leidenschaft zu finden. Ich habe mehrfach versucht, jeden Tag kreativ zu sein, aber meist nach kurzer Zeit es nicht mehr wirklich täglich geschafft. Diesmal ist es anders. Mein Ziel ist es, eine echte Gewohnheit aufzubauen, jeden Tag kreativ zu sein. Bisher klappt es super und deswegen möchte ich euch meine Erfahrungen als Tipps geben. Denn es lohnt sich! Egal ob du kreativ bist und einfach den Anstoß brauchst, es mal wieder richtig regelmäßig auszuleben oder ob du eigentlich nicht viel mit Kreativität am Hut hast, aber insgeheim dir wünschst, einfach ein bisschen besser in irgendwas Kreativem zu sein. Um dann z.B. mit deinen Kindern kleine Figuren zeichnen zu können oder endlich mal einen Winterschal selbst zu nähen.

Ich liebe es, kreativ zu sein, etwas zu schaffen, Bilder aus meinem Kopf real werden zu lassen. Ich liebe es, wenn so ein weißes Blatt vor mir liegt und ich einen Stift in die Hand nehme und am Ende etwas Neues auf diesem Blatt zu sehen ist. Ich liebe es, wenn ich gedankenverloren etwas mit meinen Händen tue und dabei Dinge schaffe, die man anfassen kann. Sich einfach verlieren und mit der vollen Konzentration bei der Sache sein. Der Kopf ist dann irgendwie total klar und wach und gleichzeitig ganz weit weg, weil man keine Worte denkt. Es ist schwer zu beschreiben. Aber wer das kennt, der weiß bestimmt, was ich meine.

Und wer es nicht kennt, es lohnt sich, es mal auszuprobieren!

Aber man braucht Zeit – oder zumindest ein Zeitfenster, in dem man ungestört ist – um diesen Fokus aufzubauen. Mir macht Väterchen Alltag ganz gern einen Strich durch die Rechnung. Die Kiddies erfordern Aufmerksamkeit, Frühstück, Zähne Putzen, Anziehen, usw. – wem ich erzähl ich das. Ihr habt bestimmt alle vielfältige Alltagsverpflichtungen. Wiederkehrende Aufgaben oder dringende Erledigungen. Das frisst oft die Stunden des Tages auf, bis die Nacht hereinbricht.

Aber mit ein paar Tricks kann man sich die Zeit für sich selbst und die eigene Kreativität aus dem Alltag heraus schneiden. Ich habe schon mehrfach Projekte dieser Art begonnen, aber so richtig blieb ich spätestens nach wenigen Tagen nicht mehr dabei. Vor ein paar Wochen habe ich mir eine erneut die “Challenge” (Herausforderung) versprochen: jeden Tag kreativ sein.

Bisher war es meist so: die ersten Tage habe ich es voller Elan durchgezogen. Aber dann kam das Wochenende und die Routine klappte irgendwie nicht mehr. Oder eine Erkältung kam dazwischen, einen Tag lässt man es mal aus, dann den zweiten und dann ist irgendwie die Luft raus.

Dieses Mal ist es anders. Dieses Mal klappt es! Ich glaube es liegt an einer Kombination von ungefähr sieben Tipps, die ich hier kurz auflisten und erklären möchte.

1. Setze dir ein festes Zeitfenster – am besten 5 oder 10 Minuten

Für den Anfang gilt Bescheidenheit. Am besten nimmt man sich ein ganz kleines Zeitfenster von fünf oder zehn Minuten vor. Die Macht der kleinen Schritte gilt ganz besonders für kreative Tätigkeiten. Ich habe schon häufiger mir vorgenommen, jeden Tag kreativ zu sein. Ich habe es mit einer Stunde pro Tag, einer halben Stunde und mit 20 Minuten probiert. Aber wirklich durchhaltbar sind – für mich – 5-10 Minuten. Es geht am Anfang gar nicht um das Ergebnis, oder darum, dass man in diesen 5 oder 10 Minuten etwas fertig stellt. Es geht darum, sich an den Prozess des Schaffens zu gewöhnen, mit Leichtigkeit anfangen zu können und fokussiert bei der kreativen Sachen bleiben zu können.

Also, wer skeptisch ist, was er schaffen kann, sollte kleiner anfangen, mit 5 Minuten oder sogar nur 3 Minuten pro Tag.

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2. Überlege dir einen bestimmten Zeitpunkt am Tag

Dann solltest du dir überlegen, wann du die 10 Minuten jeden Tag in deinen bestehenden Alltag einbauen willst. Du kannst z.B. deinen Wecker 10 Minuten früher klingeln lassen und es dann immer direkt nach dem Aufstehen oder nach der Dusche, aber vor dem Frühstück machen. Am besten ist irgendwann am Vormittag (ich habe mal gelesen, die wichtigsten Aufgaben sollte man bis 11 Uhr erledigt haben, danach ist der Tag nicht mehr so bestimmbar, da immer irgendwas passiert, womit man nicht gerechnet hat). Bei mir hat das mit dem früher Aufstehen nicht geklappt, da mein ganz kleinen Mann direkt neben mir im Bett bzw. BabyBay schläft und immer fünf Minuten, nachdem ich aufstehe, aufwacht und mich sucht. Sobald die Jungs wach sind, bin ich eh erstmal total fremdbestimmt. Daher habe ich für mich den Zeitpunkt so definiert: Immer wenn ich das erste Mal am Tag selbst entscheiden kann, was ich als Nächstes tue, dann mache ich meine 10 Minuten Kreatives. Das ist meist nachdem ich den Großen in den Kindergarten gebracht habe.

Das Wichtige ist, dass man jeden Tag zu einer bestimmten Uhrzeit oder Zeitpunkt im Alltag weißt, dass es jetzt Zeit für die zehn Minuten kreativ sein ist. Es geht darum, die Barrieren, um anzufangen möglichst niedrig zu halten.

3. Definiere eine relativ konkrete Aufgabe

Mir hat es geholfen, von Beginn an festzulegen, was genau diese kreative Tätigkeit sein sollte. Bei mir ist es, jeden Tag etwas zeichnen. Entweder ein süßes Doodle oder einen Spruch im Handlettering Stil. Es kann aber auch nähen, schreiben, stricken oder Gitarre spielen sein. Je konkreter desto besser. Muss aber nicht sein. Wenn man es konkreter macht, muss man jeden Tag nicht neu überlegen und die Barriere anzufangen kann dadurch niedriger sein. Z.B. jeden Tag ein Tier im Comic Stil zeichnen oder jeden Tag einen neuen Akkord auf der Ukulele üben. Andererseits schränkt es vielleicht ein oder macht es langweilig. Aber dann kann man es ja wieder ändern.

4. Versprich dir, es für sechs Wochen durchzuziehen

Außerdem habe ich mir vorgenommen, es zunächst für sechs Wochen durchzuziehen. Das nimmt einerseits den Druck etwas runter (wie jetzt? von jetzt an jeden Tag… immer?). Andererseits erhöht es sanft den Druck, es zumindest für diese überschaubare Zeit durchzuhalten. Danach kann ich mir ja eine Pause gönnen

In meinen Sketchbook Skool Kursen haben ich das auch gemerkt. Die gehen immer über sechs Wochen. Gegen Ende des Kurses habe ich mir einfach nicht mehr so viel Zeit genommen für die Bearbeitung der Aufgaben. Da kam dann das Kursende ganz gelegen. Das zentrale Ziel der sechs Wochen ist es, eine Gewohnheit zu etablieren. Es muss dir zur Gewohnheit werden, jeden Tag kreativ zu sein. Bei anderen gewohnheitsmäßigen Aktivitäten wie z.B. Laufen geht es mir genauso. Wenn man erstmal regelmäßig dabei ist, also “drin” ist, dann verlangt der Körper auch danach. Genauso wird man ein bisschen süchtig nach dieser kreativen Pause jeden Tag.

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5. Lege deine Materialien leicht zugänglich zurecht

Wenn der Zeitpunkt da ist, an dem du anfangen willst, darf nichts dazwischen kommen und nichts die Zeit verschwenden. Deswegen solltest du deine Materialien irgendwo gut griffbereit und leicht zugänglich liegen haben. So kann es dann sogar morgens um sechs Uhr – falls du dir das vornimmst – direkt losgehen.

Wenn du aktuell kein kreatives Hobby hast, musst du natürlich als Erstes die Materialien besorgen. Oder wenn du ein bestimmtes Projekt dir für diese Zeit vornimmst, dann eben die Materialien genau hierfür.

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6. Dokumentiere die Ergebnisse deiner Sessions

Ich habe angefangen, jeden Tag das Bild von der Zeichnung, die ich in den zehn Minuten mache, auf Instagram zu posten (@creatipster). Das gehört schon mit zur Routine. Das hat drei wesentliche Vorteile:

  1. ich erstelle so eine Bibliothek meiner “Werke” und kann schnell sehen, wie viel ich schon geschafft habe.
  2. man bekommt total nettes Feedback durch die “Gefällt mir”-Herzen und Kommentare
  3. man fühlt sich irgendwie auch verpflichtet, die Serie nicht einreißen zu lassen
  4. man kommt in Kontakt mit Leuten, die ähnliche Dinge wie man selbst machen und bekommt dadurch weitere Inspirationen für wiederum den nächsten Tag oder das nächste kleine Projek

Das alles ist total motivierend, um sich am nächsten Tag wieder hinzusetzen und die Zeit zu nehmen.

Es muss aber auch nicht Instagram oder Facebook sein, wo man es postet. Genauso gut kannst du es auch jeden Tag deinem Partner oder einer Freundin zeigen (als Foto schicken) oder einfach ein kleines Notizbuch anlegen, wo du jeden Tag vermerkst, was du gemacht hast. Hauptsache es bildet sich eine Art Galerie oder Bibliothek deiner kleinen kreativen Sessions.

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7. Fokussiere dich auf den Anfang

Mit dem Anfang ist schon die halbe Arbeit getan. So ähnlich lautet ein lateinisches Sprichwort, an das ich mich ganz dunkel aus Schulzeiten erinnere.

Das gilt ebenfalls für kreative Techniken. Oft ist das leere weiße Blatt abschreckend oder es ist schlicht schwierig in diesen kreativen Fokus oder “Flow” zu kommen. Deswegen am besten auf den Moment des Anfangens kurz fokussieren. “Jetzt fange ich an” und dann sofort mit dem ersten Strich, irgendeinem Wort oder Akkord starten. Für mich war es zunächst schwierig, diesen Moment bewusst wahr zu nehmen, weil ich irgendwie hektisch war, als ich den Timer anstellte. Aber es lohnt sich. Jetzt atme ich beim Anfang auch noch einmal kurz ein. Und dann freue ich mich innerlich irgendwie, dass es los geht. Ich zeichne die erste Linie irgendwie ruhiger und sauberer. So als wäre ich tatsächlich direkt fokussierter auf die Aufgabe. Außerdem hilft mir dieser schöne Spruch, den ich dann auch gleich einmal “gelettert” habe.

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8. Nutze einen Timer

Mir hilft es sehr, einen Timer zu stellen. Das habe ich ja schon zum Zeichnen, aber auch in meinem Artikel über meine neue Gewohnheit “decluttering” berichtet. Das ist so eine Art “Commitment”, dass ich mich bis zum Klingeln mit nichts anderem beschäftige und mich nicht ablenken lasse. Keine Spiegel Online Eilmeldung, kein Piepsen des Handys oder der Gedanke, ich müsse mal kurz checken, wie denn heute Nachmittag das Wetter werden soll. Zumindest für diese fünf oder zehn Minuten klinke ich mich dann raus aus dem “Verfügbar Sein”-Modus und konzentriere mich auf die kreative Session.

Wer es gar nicht lassen kann, mit den Gedanken abzuschweifen oder mit der Hand nach dem Telefon zu greifen, kann sich auf einem kleinen Zettel ganz kurze Stichwörter oder auch nur Anfangsbuchstaben notieren, wenn er das Bedürfnis hat, etwas nachgucken zu müssen. So geht der Gedanke nicht verloren und man kann nach der Session es erledigen.

9. Mach es einfach!

So, genug geredet, jetzt einfach machen! Los geht’s! Das eigentliche Tun ist das Wichtigste.

Wenn du dir eine konkrete kreative Tätigkeit, deine (relativ) feste Uhrzeit jeden Tag festgelegt hast, dann deinen Timer angestellt und vor deinen Materialien sitzt, kurz einatmest und dir bewusst machst, dass du jetzt deiner kreativen Leidenschaft nachgehen darfst, dann stehen die Chancen echt gut, dass es dieses Mal klappt – erstmal für sechs Wochen und dann vielleicht darüber hinaus!

Viel Erfolg und lass von dir hören, wie es klappt!

Liebe Greetz

Silja