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Bist du kreativ?
Auf einer Skala von 1 bis 10, wo würdest du dich sehen? Und wie kreativ wärst du gerne? Wärst du gern kreatiVER?

Was ist eigentlich “kreativ”?

Will Gompertz erklärt in seinem Buch „Think Like an Artist“, wie Ideen im Gehirn entstehen: Ideen werden erzeugt, indem das Gehirn zwei zufällige Elemente auf eine neue Art kombiniert. Dies sind meist zunächst als ungewöhnlich empfundene Kombinationen aus Altem und Neuen. Hierdurch können originelle Ideen entstehen. Ideen mit „origin“, also Herkunft. Ob die Idee qualitativ gut oder weniger gut ist, ist zunächst einmal zweitrangig. Ideen entstehen aus einer ungewöhnlichen, neuartigen Kombination.

Zu einer wirklich innovativen oder „bahnbrechenden“ Idee kommt es zumeist durch einen sehr krassen Bruch oder Umsturz von bis dato allgemeingültig akzeptierten Tatsachen oder Denkweisen.
Ein Beispiel: Die Dienstleistung „mit dem Auto von A nach B gefahren werden“ (Taxi fahren) ist altbekannt. Aber „Uber“ schafft es, ein völlig neues Geschäftsmodell daraus zu machen. „Uber“ kombiniert Altes (mit dem Auto von A nach B gefahren werden) mit Neuem: einer modernen App, der Nutzung von neuerdings verfügbaren Geo-Daten und die Verbreitung von Online-Bezahldiensten. Heraus gekommen ist ein Fahrdienst, der den bestehenden Unternehmen der Taxi-Branche und der Politik viel Angst macht.

Kommen wir zurück zur Kunst. Auch Ideen für Motive funktionieren so: man kombiniert etwas und macht daraus etwas Neues. Eine sehr schlichte Herangehensweise, aber genau so handeln Kreative und Künstler.
Das muss gar nicht bewusst sein. Wenn man offen für Neues ist oder für Inspirationen, geht man durch den Tag und nimmt genauer wahr, was einem gefällt oder zum Nachdenken anregt. Das Gehirn speichert dies ab, und wenn man vor einem leeren Blatt sitzt, kann es sein, dass das Unterbewusstsein genau eine solche Inspiration mit in den Topf wirft.

Genauso kann man dies auch bewusst provozieren. In einem Marketingseminar sollten wir einmal neue Produktideen in sehr kurzer Zeit an unterschiedlichen Stationen entwerfen. An jeder Station lagen irgendwelche Dinge oder Geräte. Eine Fernbedienung, ein Kuscheltier, Lego-Steine, eine Zuckerdose, u.v.m. Jeder musste einen Gegenstand in die Hand nehmen und dann eine Idee für “unser” Produkt sagen. Diese Gegenstände führten zu völlig neuen Kombinationen. “Es wäre doch cool, wenn an dem Produkt Knöpfe wären, um …” oder “wie kann man es geschmeidiger machen, damit es in der Hand liegt wie ein Kuscheltier”. Und jetzt wieder in Kombination zu etwas Neuem: suche dir wahllos fünf Gegenstände aus deiner Wohnung zusammen und überlege dir, was man von diesen lernen könnte, um einen Adventskalender zu machen.????
Und noch eine Übung mit Stift und Papier habe ich für dich. Sie dauert nur fünf oder zehn Minuten, je nachdem, wie viel Zeit du dir nehmen willst.

Eine super Kreativitätsübung “30 Circles”

Man nimmt ein weißes Blatt und zeichnet darauf 30 Kreise, also z.B. fünf horizontal und sechs Reihen vertikal. Wem die Kreise frei Hand nicht gefallen, der kann ein kleines Glas o.Ä. als Schablone nutzen.


(Dieses Bild gibt es hier als PDF zum Herunterladen: 30 Cirlces Vorlage.)

Jetzt beginnst du, in jeden Kreis ein anderes Muster zu zeichnen.

Das ist im Prinzip schon alles. Du wirst merken, dass die ersten Kreise noch ganz einfach sind, dass du dann nach neuen Mustern suchen wirst, was etwas schwieriger wird. Und dann wird es plötzlich wieder leichter… ! (Ausprobieren!)
Wenn du Lust hast, kannst du auch einen Timer aus z.B. 10 Minuten stellen, um dich zu zwingen, schnell mit neuen Ideen aufzukommen.

Eine weitere Variation ist, das Ganze noch unter ein Thema zu stellen, z.B. Weihnachten, Tiere, Deine Stadt oder dein zu Hause. Lauf durch deine Wohnung und male Muster ab, die du entdeckst oder lass dich zu neuen inspirieren.
Hier habe ich angefangen, diese 16 Kreise mit meinen Lieblingsmustern und anderen, die sich einfach ergeben haben, zu füllen.

Noch eine Variation ist, statt Kreisen andere Formen zu nehmen, z.B. Herzen oder wie ich hier: Kürbisse. Passend zum Herbst und zu Halloween. Dabei habe ich wiederum nicht jeden Kürbis mit nur einem Muster versehen, sondern mit verschiedenen Doodles gestaltet.
Auch dieses Bild ist im Grunde eine Abwandlung der “30 Circles” Übung.

Hach, es gibt so viele Möglichkeiten, was man aus dieser ganz einfachen Übung „30 Circles“ machen kann!
Wenn du Lust hast, selbst die Kürbisse auszufüllen, kannst du dieses Bild dir hier als Vorlage ausdrucken.

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Egal welche Variante du ausprobierst, jede fordert das Gehirn auf „neue Kombinationen“ zu entwickeln. Dabei wird es dir Musterideen präsentieren aus deiner Kindheit oder aus deinem Kleiderschrank. Oder dir werden Muster einfallen, die du wiederum zu neuen Mustern kombinieren kannst. Oder vielleicht kommen dir auch z.B. Weihnachtselemente in den Sinn. All so etwas ist eine neuartige, erzwungene Kombination von Bestehendem zu etwas Neuem.
In jedem Fall gilt: so wie dein Bild der 30 Kreise am Ende aussieht, so hat es mit 100-prozentiger Sicherheit bei noch keinem Menschen der Welt ausgesehen.

Viel Spaß!

Happy Herbst! Bei uns steht sogar heute erst die Halloween-Kinder-Party an! 🙂

Silja