Ging es euch auch so und die letzten Wochen sind einfach nur so dahin geflogen? Es ist Zeit inne zu halten, einmal kurz zu stoppen, sonst verfliegen auch die Feiertage. Hier schreibe ich, wie ich das konkret machen möchte und warum.

Immerhin waren wir Ende November mehr zufällig auf einem Bauernhof bei Köln und nahmen spontan einen Weihnachtsbaum schon mal mit. Danach setzte bei meinem Sohn ein reges Pochen ein, den Baum draußen mit Lichtern zu schmücken, den Adventskalender aufzuhängen und einen Kranz mit Kerzen aufzustellen, so dass wir mit allem doch vor dem 1. Dezember fertig waren.

Aber danach? Die Tage verflogen nur so. Okay, das lag bei mir auch an den schönen Handlettering-Workshops, die ich durchgeführt habe – natürlich obendrauf zu Job, Familie, meiner Zeichenroutine, etc. Trotzdem war es irgendwie weihnachtlich, aber langsam war’s nicht. *lach*

Jetzt ist schon der 20. Dezember. Die zwei steht vorn und es ist noch “viermal schlafen”!

Für die Feiertage habe ich mir daher mehr Muße, Gelassenheit und inne Halten vorgenommen. Das geht, man muss sich nur dessen bewusst werden, wie man die Tage gestalten und annehmen möchte.

Die 7 Rituale für entspannte Weihnachtstage

Ich habe mir folgende 7 kleine Rituale überlegt, die ich glaube, in jeden Feiertagsalltag einbauen zu können. Ich weiß nämlich auch schon wie!

  1. Die erste Stunde zählt! Einen gelassenen Start in den Tag – auch mit meinen Jungs
  2. Eine Meditation pro Tag
  3. Ein Weihnachtsjournal in meinem Skizzenheft
  4. Nicht überessen und achtsam das Festtagsessen genießen
  5. Jeden Tag raus an die frische Luft und wenn es geht sogar laufen
  6. Mitgefühl und Dankbarkeit
  7. Kreativprojekte mit den Jungs

Wie soll das gehen? Zentral ist der Start in den Tag.

1 Die erste Stunde zählt! Ein gelassener Start in den Tag – auch mit meinen Jungs

Sobald der Tag startet, ist es einfach, sich in Gewohnheiten zu verlieren, zum Beispiel am Handy die Nachrichten zu lesen oder E-Mails. Es kann schnell passieren, dass der Tag dahin gleitet, während du dich von einer kleinen Tätigkeit zur nächsten treiben lässt – gerade an solchen Feiertagen, an denen man ganz bewusst keine Termine macht.

Aber dennoch kann es am Ende des Tages unbefriedigend sein, wenn man sich so hat treiben lassen. Was mir dabei hilft, dass es in jedem Fall ein bewusster Tag wird, an dem ich auch Zeit für mich gefunden habe, ist der ersten Stunde besondere Beachtung zu schenken.

Wenn ich gleich am Morgen zwei oder drei Dinge tue, von denen ich weiß, dass sie mir gut tun, zehre ich den ganzen Tag davon.

Solche kleinen Dinge können sein:

  • Meditieren
  • Zeichnen oder Handlettering
  • Lesen (z.B. meine Lieblingszeitschrift “Flow”)
  • Sportübungen
  • einen Tagesplan schreiben (was sind die wichtigsten drei Dinge, die ich erledigen oder erleben will)

Für die Weihnachtstage habe ich mir Folgendes vorgenommen – und das alles muss mit meinen Jungs vereinbar sein, denn ich werde immer recht früh zusammen mit ihnen aufstehen.

  • Zeichnen

Ich werde in meinem Skizzenbuch ein Kapitel anfangen: Weihnachten 2017 und dann auf den folgenden Seiten kleine Zeichnungen zu den Eindrücken der Tage machen. Ein kleines mini-art-journal der Tage. Wenn ich abends schon für die Jungs ebenfalls Malsachen zurecht lege, weiß ich, dass sie morgens relativ schnell einmal den Malsachen ihre Aufmerksamkeit schenken. Wenn ich dann schnell auch mein Skizzenbuch zücke, habe ich zumindest 5-10 Minuten zum Zeichnen. Außerdem, wenn das Skizzenbuch eh irgendwo griffbereit mit Stiften liegt und ich schon morgens angefangen habe, etwas zu zeichnen, fällt es mir ganz automatisch mehrmals am Tag wieder in die Hände.

  • Lesen

Ok, ernsthaft, etwas für mich lesen wird morgens mit den Jungs nichts. Aber ich kann ja morgens direkt den Jungs etwas vorlesen. Das ist zwar ein anderes Gefühl, aber wenn ich mit den Jungs entspannt etwas lese, gefällt ihnen das bestimmt. Wir haben dieses Jahr noch gar nicht alle Geschichten aus “Astrid Lindgrens Weihnachtsbuch” gelesen. Das lege ich ebenfalls schon am Vorabend für den Morgen zurecht.

  • Sich der drei wichtigsten Dinge für den Tag bewusst werden

Während des Spielens mit den Jungs am Morgen kann ich mir Gedanken machen, welches die drei wichtigsten Dinge für mich an dem jeweiligen Tag sind. Was will ich heute an diesem Weihnachtstag erleben oder machen? Am besten notiere ich sie in den Notizen meines Handys, damit sie greifbarer sind und ich abends schauen kann, ob es geklappt hat. Das gibt dann wiederum ein gutes Gefühl, dass man das erreicht oder erlebt hat, was man an diesem Tag vorhatte. Ich kann dazu auch meinen Sohn fragen, was er sich denn für den Tag wünscht. Ich bin gespannt, vielleicht ergeben sich ja so noch neue Aktivitäten für die Tage.

Wenn ich diese drei Dinge morgens mit den Jungs zusammen schaffe, dann wäre das ein perfekter Start in einen Weihnachtstag.

2 Einmal meditieren pro Tag

Tja, das wird schon schwieriger mit den Jungs zusammen. Aber mein Mann und ich sind weiterhin total begeistert von der App “Headspace“. An Weihnachten habe ich mir vorgenommen, wieder neu zu starten. Am besten sollte man sich eine feste Zeit für so etwas nehmen. Ich sage mir, immer dann, wenn der kleine Mann seinen Mittagsschlaf hält. Dann kann der Große auch mal kurz alleine spielen und ich klinke mich für 10 Minuten aus.

3 Ein Weihnachtsjournal in meinem Skizzenheft

Easy… das habe ich ja schon in der ersten Stunde mit angefangen. Jetzt heißt es, das Skizzenheft einfach immer im weihnachtlichen Wohnzimmer liegen haben, dann ergeben sich sicher immer wieder Minuten, in denen Zeit für eine kleine Skizze ist.

Was ich an meiner Zeichenroutine, die ich seit September 2016 durchführe, gelernt habe: vergiss den Anspruch, dass eine Zeichnung immer fertig werden muss. Siehe lieber die paar Minuten zeichnen für sich als das Ziel an. Zeichne einfach so weit, wie du kommst in der Zeit, die du hast. Dann ist der Angang viel leichter, denn es ist nicht eine halbe Stunde gleich geblockt, sondern es können einfach ein paar Minuten sein. Und ehrlich, wer checkt nicht auch mal seine Mails und Whatsapp Nachrichten für fünf Minuten?

Ist es da nicht viel schöner, eine Zeichnung zu machen? Dann hat man etwas Bleibendes in der Hand. Und obendrein, meine Jungs lieben das Malen auch so sehr – glaube ich – weil sie immer mich malen sehen.

4 Nicht überessen und achtsam das Festtagsessen genießen

Oh ja, großes Thema an Weihnachten: das Essen. Ist ja auch wichtig, wunderschön, gesellig und lecker! Aber mir ergeht es oft so, dass ich spätestens am zweiten Weihnachtstag mich träge und schwer fühle und mich dieses schlechte Gewissen plagt, dass irgenwie alles zuviel war und wir mehr am Essenstisch saßen, als auf den Beinen zu sein.

Also folgender Plan: ich esse bei jedem Festmahl ganz bewusst. Vielleicht lade ich mir erst nur einen hübsch angerichteten halben Teller voll und nehme dann noch einmal nach. Ich esse langsam und lass es mir ganz bewusst schmecken. Dann schätze ich das Essen auch viel mehr.

Außerdem: nur essen, wenn wir alle essen und nicht zwischendurch naschen. Das heißt, der leckere Stollen und Kuchen am Nachmittag geht klar, aber die ganze Schokolade zwischendurch muss ja nicht sein… *zwinker*

5 Jeden Tag raus an die frische Luft und wenn es geht sogar laufen

Nach dem Essen immer raus an die frische Luft! Oder zumindest einmal am Tag. Einen Spaziergang zum Beispiel, dann kann man auch über die Tage und das Jahresende mit der Familie reden. Ich werde manchmal am Ende der Feiertage ganz wahnsinnig, weil man sich so wenig bewegt hat. Während der Tage nicht, nein. Da lasse ich mich treiben und genieße die Gesellschaft der anderen. Einfach auf dem Sofa zu sitzen und zu quatschen ist doch super. Aber nach ein paar Tagen kommt genau diese Schwere, die ich schon beschrieben habe.

Also vorbeugen und immer direkt nach dem Frühstück das erste Mal raus. Noch besser: joggen gehen mit meinem Mann und den Kids im Jogger-Wagen.

6 Mitgefühl und Dankbarkeit

Dieser Punkt ist eine Sache der Einstellung, keine Tätigkeit an sich. Gerade in den Weihnachtstagen treffen oft ganz unterschiedliche Erwartungshaltungen aufeinander und kollidieren nicht selten in ähm… etwas lauteren Diskussionen, sag ich mal.

Mitgefühl bedeutet sich in andere einfühlen. Jeder hat seine Geschichte, seine Meinung, seine Wünsche. “Der Mensch ist einfach liebenswert und rührselig”, sagte ein Schweizer Professor einmal in einem Seminar. Jeder Mensch will einfach nur Respekt, Aufmerksamkeit und Liebe. Von ganz klein bis ganz groß. Und wir mittendrin. Wenn jeder sich bewusst ist, dass ein anderer einfach aus seinen Wünschen so handelt, wie er es tut, und dass jeder von uns von eigenen Unsicherheiten geplagt wird, fällt es viel leichter, nicht jedes Wort auf die Goldwaage zu legen.

Dankbarkeit brauche ich nicht zu erklären, höchstens vielleicht, warum ich es hier extra aufführe. Ich spreche jeden Abend ein paar Worte zu mir, worüber ich dankbar bin. Das hilft mir, mich einzunorden und bewusst zu werden, wie gut und schön ich es habe. Gerade an Weihnachten, wenn das Jahr zu Ende geht, sollten wir besonders in uns gehen und uns bewusst machen, was wir haben. Wie gut es uns geht. Dass wir in Frieden leben, genug zu essen haben, ein Dach über dem Kopf, unsere Familien und Freunde. Hach, die Liste ist doch ellenlang!

Auf jeden Fall möchte ich diese Weihnachtsfeiertage auch unter das Motto “Dankbarkeit” stellen und mir mehrmal am Tag – vielleicht auch in meinem Art Journal – dessen bewusst werden.

7 Kreativprojekte mit den Jungs

Zu guter Letzt…. ich bastele ja total gerne und deswegen meine Jungs auch. Außerdem sehe ich das, als wertvolle Zeit mit meinen Jungs an. Sie genießen meine Aufmerksamkeit, dass sie etwas Neues machen oder lernen und sind am Ende bolle-stolz auf das, was wir gemacht haben. Zumindest der Große, der Kleine versteht’s noch nicht so, ist aber trotzdem mit Leidenschaft dabei. “Ich au” ist ja eh eins seiner derzeitigen Lieblingswörter.

An den Weihnachtstagen ist man ja eh auch viel zu Hause… warum also nicht konkret ein paar Kreativprojekte planen? Mit “planen” meine ich, dass ich eine ungefähre Idee habe, was wir machen könnten und entsprechende Bastelsachen (Schere, Kleber, Papier) zurecht lege. Außerdem hätten wir dann im Zweifelsfall auch gleich eine Aktivität für die erste Stunde am Morgen. Also, Bastelbücher, Blogs und Pinterest werden heute Abend noch einmal kurz (!) konsultiert und drei (mehr nicht) einfache Kinder-Bastelprojekte ausgesucht. Dabei lasse ich alles Fünfe gerade sein und suche nicht das “Beste”, “Tollste” irgendetwas Projekt, sondern einfach nur eines, das altersgemäß für meine Kids ist und am besten keine anderen Materialien als die oben genannten braucht, die ich eh zu Hause habe.

Das ist doch mal ein Plan, oder?

Das weihnachtliche Art Journal präsentiere ich euch hier im Januar oder auf Instagram schon davor.

Ich wünsche euch entspannte Weihnachtstage!

Liebste Greetz

Silja

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