Eine kleine Dankeskarte

Eine kleine Dankeskarte

Ich wollte einfach mal Danke sagen. Und das sage ich natürlich nicht mit Worten, sondern mit kleinen Zeichnungen. Auf einer Karte, wo sonst. Und hier zeige ich euch, wie einfach das gehen kann. Denn es gibt immer jemanden, der uns gerade mal geholfen hat, zur Seite stand, ein gutes Wort gegeben hat. Aber das vergesse ich manchmal im Alltag zu sagen. Deswegen hilft so eine Karte, es sich bewusst zu machen und dann demjenigen zu sagen. Also zu geben. Die Karte. Was sonst?

Eine liebevolle Dankeskarte für jemand Besonderes

Es gibt einen Menschen, dem ich schon länger nicht mehr wirklich Danke gesagt habe. Er unterstützt mich bei meinen kreativen Vorhaben. Tatsächlich hat er den Stein überhaupt ins Rollen gebracht. Ich weiß gar nicht mehr, wie er darauf kam, aber zu Weihnachten 2008 oder 2009 schenkte er mir eine Staffelei und das Buch “Garantiert zeichnen lernen” von Betty Edwards. Mein erstes Zeichenbuch. Es startete meine Rückkehr zum Zeichnen und Malen.

Dieser besondere Mensch ist mein Traummann. Und glücklicherweise auch Ehemann. 😉 Er ist mein größter Fan und Befürworter meines kreativen Schaffens. Ohne ich wäre ich längst nicht so weit gekommen. Er ermutigt mich immer, ist immer begeistert von meinen Projekten, liest meine Artikel kritisch und gibt mir die besten Tipps.

Ich will einfach mal wieder Dankeschön sagen. Und da es schon nach 22 Uhr abends ist, als ich diesen Entschluss fasse, muss es relativ simpel sein. Aber dennoch besonders!

Was die Karte besonders macht, sind nicht die Zeichnungen, sondern die Gedanken dahinter. Was würde diese Person denn erfreuen? Was für Farben, Designs oder Motive mag sie? Gibt es etwas, das mich besonders mit ihr verbindet? Wofür will ich danken? Kann ich davon etwas oder das was es in mir bewirkt ausdrücken?

Solche Fragen habe ich mir zunächst gestellt. Denn das Besondere, diese Karte soll ein Unikat werden. Nur für eine Person. Oder vielleicht für einen Personenkreis, der mir bei etwas geholfen hat.

 

Material für eine Karte

Dann suchte ich das Material zusammen: ein Skizzenbuch für eben die Skizzen, Fineliner (meine Lieblinge von Micron in verschiedenen Breiten) und farbige Filzstifte von Tombow – und zwar in Farben, von denen ich denke, das sie der Person, die ich im Kopf habe, gefallen würden.

Die Karte gestalten

Zunächst habe ich einfach Ideen per Skizzen in meinem Skizzenbuch gesammelt. Ziemlich schnell war mir klar, dass ich einfach Bilder von meinem “Kreativ-Sein” zeigen wollte. Also wurden es Pinsel, Stifte und Ähnliches.

Dann ging es nach ein paar Minuten schon an die weiße Blanko-Karte.

Zunächst habe ich einen Rand um die Karte gezogen, damit das Bild nicht zu sehr an die Kanten ragt. Außerdem habe ich ein paar Felder markiert, um die kleineren Bilder in diese anzuordnen.

Die Pinsel, Stifte und anderen Dinge malte ich also in diese Felder.

Das Ganze dann mit schwarzem Fineliner nachziehen…

… und colorieren. Ich habe zunächst mit hellblau einen Rand um das Bild gezogen.

Jetzt der schönste Teil, oder naja, alles ist schön… das Ausmalen. Einfach nach Lust und Laune die Doodle-Zeichnungen einfärben. Das kann ruhig recht ungenau sein.

Tipp: nicht zu viele Farben, sondern eine “Farbpalette” vorher festlegen. Also ruhig nur 2-3 Farben, maximal 5 oder 6 auswählen, die farblich harmonieren.

Zuletzt eine kleine Beschriftung mit einem schlichten “Danke”.

Tipp, wenn es schnell gehen soll: die Mitte des Wortes – hier das “N” von “Danke” als erstes mittig platzieren und dann den Rest des Wortes links und rechts ergänzen. Dann landet es in der Mitte, ohne vorher eine Bleistiftskizze ausprobiert zu haben.

Und fertig ist die Karte! Zumindest von außen. Jetzt muss ich natürlich noch was Nettes hinein schreiben.

Tipp: Wirklich so im Ganzen eine runde Sache wird draus, wenn man auch auf der Rückseite ein kleines passendes Doodle aufzeichnet und evtl. sogar auf den Umschlag. 😉

Liebste Greetz

Silja

Verlinkt zu creadienstag

Warum die Welt (oder halt Köln) noch einen Handlettering Workshop braucht

Warum die Welt (oder halt Köln) noch einen Handlettering Workshop braucht

Es ist soweit! Yay!

Ich mache jetzt schon seit Jahren Hand Lettering, habe dutzende Bücher und Kurse besucht, Karten für Freunde, für uns und zu Festlichkeiten gestaltet. Just for fun Sprüche gelettert und etliche Materialien ausprobiert. Jetzt will ich mein Wissen weitergeben. Das heißt, ich plane Kreativworkshops zu geben. Für jede und jeden, die Spaß am kreativ Sein und vor allem schönen Schreiben haben. Für alle, die Lust haben, sich eine zweite Handschrift – und zwar in schön – zuzulegen, um damit Karten gestalten zu können, schöne Dankesnotizen zu schreiben oder Umschläge schick zu beschriften. Für alle, die mal raus wollen aus dem Alltag aus Medienkonsum und dem schlichten Hacken in die Tasten. Endlich mal wieder für ein paar Stunden offline sein wollen, so richtig phyisch mit Stift und Papier etwas Greifbares erschaffen wollen.

Wieso jetzt Kurse?

Meine liebe Freundin Juliane hat im Juli einen tollen Laden im Belgischen Viertel in Köln eröffnet: Knirpse & Komplizen. Sie schafft dort einen Treffpunkt für junge Mamas mit ihren Kinderm im Veedel. Es gibt Babykurse und Kurse für Erwachsene. Ich selbst habe diese Woche den “Erste Hilfe für Babys und Kleinkinder”-Kurs besucht. Die Räumlichkeiten sind modern und wunderschön eingerichtet. Ein Ort zum Wohlfühlen und zur Ruhe kommen.

Ich erzählte Juliane von meiner Idee, dass ich “vielleicht irgendwann mal Kurse mit was Kreativem” geben möchte, um Leute auch “in echt” und nicht nur auf meinem Blog zum Kreativ Sein zu ermutigen. Dass ich glaube, ich könne mit Ideen und Techniken Leute inspirieren, endlich mal oder auch mal wieder kreativ zu werden. Da grinste Juliane und sagte frech: “Das ist eine super Idee. Mach das doch hier.”

Seit unserem Gespräch sind nur ein paar Wochen vergangen, aber ich habe schon so viele Ideen, wie man mit möglichst einfachen Übungen schöne Ergebnisse erzielen kann. Ebenfalls diese Woche habe ich mir von meinem Arbeitgeber das OK geholt. Denn wie ihr wisst, ist mein großes Anliegen auch, zu zeigen, dass man neben dem eigentlichen (und vielleicht ganz anders gelagertem) Beruf kreativ sein kann.

Warum nicht nur Künstler und Grafiker kreativ sein sollten

Kreativ sein ist nicht nur Grafikern, Künstlern und besonders talentierten Ausnahmemenchen vergönnt. Das ist Quatsch. Das sind vielleicht die, die damit ihren Lebensunterhalt bestreiten können. Aber das heißt nicht, dass nicht jeder andere auch sich am kreativen Schaffen erfreuen sollte.

Anfang des Jahres habe ich eine Umfrage zum Thema “Kreativ Sein” gemacht. Viele haben darin beschrieben, welch ein tolles Gefühl es ist, wenn man etwas Kreatives tut. Dass es eine ganz besondere Freude wäre, man dieses tiefe Glück spüre und ganz nah bei sich und präsent im Moment “da” sei. Andere nannten den Begriff “Flow”, das dieses intensive, glückliche Gefühl beschreibt, wenn man voll und ganz in einem Thema oder einer Tätigkeit steckt, es sich wie kindliches Spielen oder energiegeladenes Tun anfühlt. Wieder andere fühlen sich frei, wenn sie kreativ sind.

Ich konnte mich so wiederfinden in den Kommentaren. Seit ungefähr vier Jahren nun, aber im Prinzip solange ich denken kann, bin ich ganz regelmäßig kreativ. Ich zeichne jeden Tag, trage immer ein kleinen Skizzenbuch und Stifte bei mir und habe wie gesagt, unzählige Kurse besucht und Bücher bearbeitet. Das alles neben meinem Beruf und Familie. In kleinen Dosen, die auch in einen vollgepackten Tag passen. Und es macht mich glücklich!

Kreativität, um die Zeit achtsam zu erleben und festzuhalten

Nur wenn ich regelmäßig etwas Kreatives Schaffe, bin ich ausgeglichen. Außerdem kommt es mir so vor, als würde ich meine Zeit besser nutzen. Ihr kennt doch sicher dieses Gefühl, dass jedes Jahr sich kürzer anfühlt? Die Zeit – gerade mit so kleinen Kindern zu Hause – rast. Wenn ich zeichne und die Skizzen mit schönen Beschriftungen versehe, bin ich zum einen im Moment selbst ganz präsent. Zudem kreiiere ich physiche Erinnerungsstücke. Ich kann durch die Skizzenbücher des vergangenen Jahres blättern und erinnere mich an die Momenten mit meiner Familie wieder ganz lebhaft. Eine Skizze braucht mehr Zeit als ein Foto, aber dafür brennt sich der Moment stärker in meinen Kopf ein.

Hier blättere ich zum Beispiel durch mein Skizzenbuch, das ich komplett in unserem Urlaub in Barcelona im März gefüllt habe.

Der Kunst liegt in den Schaffensritualen

Meine Bekannte Katja schreibt den Blog und Newsletter “Montagsimpulse”. Jeden Montag gibt sie einen Impuls für eine kleine Änderung im Alltag oder Denkaufgabe, mit der man sich selbst reflektieren kann. Diese Woche hat sie über kreative Schaffensrituale geschrieben. Das Kreativ Sein brauche ein festes Ritual oder einen festen Raum. Denn es lauerten so viele Kreativitätskiller um uns herum, dass wir schnell abgelenkt werden, und dann doch dies und jenes erledigen, obwohl wir eigentlich gerade etwas Kreatives machen wollten. Das kann ich total bestätigen. Ich schaffe es seit 13 Monaten, jeden Tag mindestens 10 Minuten zu zeichnen. Das ist mein festes Ritual. Vielleicht kann mein Workshop für andere so ein erster fester Raum sein, in dem man sich völlig auf die kreative Technik “Handlettering” fokussiert.

Ich fühle mich so gut, seitdem ich richtig zeichne, illustriere und lettere. Das möchte ich Leuten, die ebenfalls sich nach einer kreativen Seite (neben Alltag und dem Beruf) sehnen. Die sich sehnen nach diesem Gefühl wie als Kind beim Spielen.

Startschuss für einen weihnachtlichen Handlettering Workshop

Für den Anfang wird das ein Handlettering Workhop in der Weihnachtszeit. So kann man die kreativen Projekte direkt nutzen, zum Beispiel als Geschenk oder als Weihnachtskarte zum Verschicken.

Mehr in Kürze zu meinem…

Liebste Greetz

Silja

Ein niedliches Gutscheinbuch selber machen

Ein niedliches Gutscheinbuch selber machen

Ein Gutscheinbuch selber machen kann ein richtiges kleines Kunstwerk sein, mit dem du dem Beschenkten zeigst, wieviel sie oder er dir bedeutet. Hier zeige ich, wie ich vom japanischen Zakka Stil ein Büchlein selbst gemacht habe, absolut liebevoll gestaltet und niedlich mit versteckten Botschaften bestückt. Es gibt viel zu entdecken!

Ein selbst gemachtes Gutscheinbuch

Von außen – das Büchlein ist ca 9*9 cm groß und mit einer beschichteten, gelb- weiß gestreiften Trennseite aus einem Flow-Papierbuch eingeschlagen sowie mit einem neongelben Garn umschlagen und mit ein paar Perlen am Ende verziert. Mehr ist mehr, schon klar!

Entwickelt man den Neonfaden und schlägt das Büchlein auf, wird man links von einer liebevollen, aber aus abstrakt schwarz-weiß gemusterter Köln-Skyline inklusive Dom (natürlich!) empfangen. Rechts deutet der Pfeil an, dass man weiter aufschlagen muss…

Tadaa, so sieht nun das aufgeschlagene Leporello (also diese Ziehharmonika-Art von Buch) aus. Zunächst habe ich dafür aus einem DIN A4 Blatt zwei Streifen mit einer Höhe von ca. 8 cm geschnitten und diese mit Washi-Tape (dieses rötlich-organge-gemusterte in der Mitte) zusammen geklebt. So überlappen die Seiten nicht und es lässt sich gut falten. Alle Seiten habe ich mit bunt gemustertem Papier beklebt. Dadurch werden die Seiten selbst stärker und es sieht natürlich total hübsch aus.

Das finderische Auge entdeckt auf der Doppelseite rechts der Kölner Silhouette einen Punkt “Start”.

Faltet man diesen mit einem freihändigen Muster verzierten Zettel auf, bekommt man den Brief, der die ganze Gutschein-Geschichte für unsere Freunde erläutert (wir laden sie zu einem Wochenende in Köln ein).

Viele Verstecke für Botschaften und Gutscheine

Link des Briefes findet man dann in einer einfachen Papiertasche den ersten Gutschein – Kuchen essen im weltbesten Café Braun!

Die nächste Seite habe ich mit einer kleinen hochklappbaren Landschaft versehen. Hier geht es raus in die Natur mit einem ebenfalls in einer Papiertasche verstecktem Outdoor-Gutschein.

Just for fun und weil ich dieses witzige Teil in einer Hema-Geburtstagskarten-DIY-Set entdeckte, folgt ein quietschgelber Pompom.

Jetzt drehen wir den Spieß äh Leporello mal um!

Ebenfalls in der Hema-DIY-Kiste entdeckte ich eine Mini-Girlande, die direkt mal über mehrere Seiten gehängt werden musste. Solch eine Girlande kann man aber auch zicke-zakka selber machen: Streifen von Washi-Tape über einen Faden knicken (und somit zukleben), und dann eine Spitze zuschneiden.

Die erste Seite habe ich etwas personalisiert mit Namen der Beschenkten bestempelt. Den Gutschein hier findet man in einem kleinen frei Hand gebastelten Umschlag. Für ein genaueres Maß kann man einen kleinen (gekauften) Umschlag auffalten und die Umrisse abzeichnen. Aber ich hab mich hier etwas durchgefrickelt und das geht auch.

Ein weiterer Gutschein ist in einem aufklappbaren Baum versteckt.

Jetzt kommt großes Kino. Die Türen öffnen sich! Hierfür einen Streifen Papier von beiden Seiten in die Mitte hin knicken, Punkte außen aufkleben Am besten mit etwas Karton deiner letzten Zalando-Bestellung unten versehen, so dass man eine kleine Erhöhung hat, um den Faden darum zu wickeln.

Mittlerweile erahnt man, wie dick das kleine Büchlein geworden ist. Und hoffentlich auch, wieviel Spaß mir das Gutscheinbuch selber machen gebracht hat. Hier gibt es natürlich auch was hinter der Klappe versteckt.


Das Versteck des letzten Gutscheins hat nochmal besonders Spaß gebracht. Eine Ziehharmonika mit Gutscheintext wird hinter einen Resttreifen des Papiers, aus dem ich den Buchumschlag gebastelt habe, geklemmt.

Noch ein paar Tipps zum Abschluss

Zwischendurch habe ich immer mal wieder kleine Schilder oder Sprechblasen mit Texten wie “Hurra”, “Oh yeah” oder eben dem Gutscheinverfallsdatum versehen.

Insgesamt habe ich “nur” ca. 5-6 verschiedene Papiere benutzt. So wird das selbst gemachte Büchlein hübsch bunt und abwechslungsreich, folgt aber doch einem gewissen Farb- oder Musterschema.

Ebenfalls süß sind auch kleine Aufkleber, wie z.B. der kleine Affe auf dem Buchumschlag. Alles kann, nichts muss.

Der Faden mit den Perlen um das Buch herum gefällt mir besonders. Er macht das Buch irgendwie in sich schlüssig und abgeschlossen. Die Perlen sind sozusagen das i-Tüpfelchen.

Hier noch einmal zusammengefasst

Material und Maße für ein Gutscheinbuch

Man braucht nur Papier, Klebstoff und Schere.

  • Am besten buntes oder gemustertes Papier, z.B. Origami-Papier,
  • dazu normales oder etwas festeres Papier für den Untergrund
  • Kleine Extras wie z.B. Faden, Perlen, Aufkleber, Washi Tape, Mini-Girlande (Faden + Washi-Tape), Pompon

Als Maße habe ich DIN A4 großes Papier genommen und daraus 8 cm hohe Streifen Papier geschnitten. Diese Streifen habe ich dann zweimal gefaltet, so dass vier Teile mit je 7,5 * 8 cm entstanden. Die bunten Papiere habe ich dann meist als Doppelseite in 15 cm * 8 cm zugeschnitten. Alles andere frei Hand.

Insgesamt habe ich für das Gutscheinbuch selber Machen ca. 2,5 bis 3 Stunden gebraucht.

Mein Sohnemann war übrigens derart fasziniert von diesem Büchlein, dass er es unzählige Male auffalten, drehen und wenden musste. Ich durfte es nicht verschicken, ohne im zu Versprechen, ihm zu seinem Geburtstag ebenfalls eines zu basteln. Das ist zwar erst wieder im August, aber ich glaube, in der Weihnachtszeit wird es auch schon Gelegenheit dafür geben.

Liebste Greetz Silja

Verlinkt zu creadienstag und handmade on Tuesday

Monster zeichnen mal wieder neu

Monster zeichnen mal wieder neu

Kleine süße Monster zeichnen ist immer eine super lustige Übung, aber jetzt habe ich einen neuen Ansatz gefunden, der noch mehr Kreativität herauskitzelt.

Monster zeichnen habe ich schon früher euch gezeigt. Entweder viele verschiedene Arten von Monstern zeichnen oder wie man ein eigenes Monster entwirft mithilfe verschiedener Elemente, wie z.B. Zähne, Hörner, einzelne Augen.

Monster zeichnen zum Dritten

Diese Woche habe ich Stefan Buchner entdeckt, einen Künstler aus Kalifornien, der seit zehn Jahren jeden Tag ein Monster zeichnet. Ist das mal crazy, oder was?

Von Stefan habe ich zwei Tipps gelernt:

Trick 1: Man fange mit einer zufälligen schwarzen Form an

Hierfür kann man am besten einen Klecks schwarzer Tinte nehmen und eine fantasiegesteuerte Form zu Papier bringen. Oder – ich hatte nämlich keine Tinte hier in meinem Lieblingscafé – man formt was mit einen möglichst dicken schwarzen Stift und mit ziemlich freier Hand. Mit Schwung, am besten irgendwo mal dick, irgendwo ein Knick, mal dünn. Ihr versteht.

Ich habe hier mit einem – fast leeren – Pentel Brushpen experimentiert.

Jetzt musste ich ein bisschen hin und her drehen, um zu “sehen”, wie aus diesem Fleck ein Monster entstehen könnte. Gar nicht so leicht. Irgendwie blieb ich daran hängen, dass dieser Schwung links ein Arm sein müsse, der darunter ein Bein. Und dann schauen wir weiter.

Trick 2: Man zeichnet auf dem Kopf weiter

Das auf dem Kopf Zeichnen ist der Clou.

Dadurch entsteht immer ein neues (einzigartiges) Monster und zusätzlich bringt es noch mehr Spaß, da man sich auf die einzelnen Teile ganz anders konzentriert und das Gesamtbild noch nicht sieht. Wenn man auf dem Kopf zeichnet, kommt man nicht in die “Auto”-Modus, bei dem man Augen oder Arme einfach so zeichnet, wie schon tausendmal zuvor gemacht oder gesehen.

Angefangen habe ich mit den Beinen.

Mir fehlte allerdings noch etwas am Kopf. Also habe ich noch einen kleinen Fleck hinzugefügt. Klar, das Schwierige ist, mit dem bestehenden Fleck zu arbeiten. Das macht das Monster ja so einzigartig, krumm und schief. Aber man darf Regeln ja auch brechen!

Jetzt aber weiter mit dem Gesicht.

Weiter mit den Armen.

Jetzt wird es spannend. Umdrehen!

Tadaaaa..

Und da mir ein bisschen Farbe fehle, noch ein paar Highlights in ROSA, natürlich!

Na, kann man doch sehen, dass ich Spaß hatte am Monster Zeichnen! Natürlich sind Stefans Monster viel krasser, schaut sie euch unbedingt mal an. Als Inspiration oder just for fun, bitte. Bitte lächeln! Klick!

Habt ein schönes Wochenende!

Liebste Greetz

Silja

Mal eine etwas andere Taufkarte

Mal eine etwas andere Taufkarte

Seitdem ich so viel (und gern) zeichne und Handlettering mache, kann ich mir einfach keine Karten mehr kaufen. Man kann sich etwas genau für diese Person überlegen. So wird es in jedem Fall ein super Geschenk, genau weil es selbst gemacht ist, individuell und einzigartig.

Da wir gestern bei einer Taufe eingeladen waren, war das Unterfangen, eine Taufkarte selber zu machen. Natürlich irgendwie anders als das, was ich sonst so kenne und sehe. Und eher überbordend denn minimalistisch.

Eine Taufkarte selber machen – Motivwahl

Ich überlegte zunächst, ob es ein Motiv oder ein Lettering werden sollte. Ein “Herzlichen Glückwunsch” fand ich zu wenig “tauf-spezifisch”. Den Namen des Täuflings zu schreiben oder zu stempeln, ähnelte zu sehr einer Geburtskarte. (Tatsächlich hatte ich diesem Zwerg zur Geburt eine Karte mit seinem gestempelten Namen und Wasserfarbe im Hintergrund gemacht. Das ging also nicht noch einmal.)

Also doch was mit Motiven – vielleicht den Symbolen der Kirche, wie man es oft auf Taufkerzen findet. Taube, Baum, Boot, Fische, … ihr wisst schon? Okay, aber nicht so angeordnet wie auf den Kerzen. Soll ja auch irgendwie anders werden…. Da ich letztes Wochenede (mal wieder… yay!) bei Modulor in Berlin Sakura Micron Pigma Pens geshoppt hatte, fiel mir schnell ein ganz dünner schwarzer Fineliner in die Hände, um die Symbole in möglichst klein auf die Karte zu malen.

Das Segelboot skizzierte auf Basis eines Fotos aus dem Internet, um ein biiisschen (aber nich zu sehr) realistischer zu werden als so eine “Kinderzeichnung”.

Ein paar Gedanken zur Komposition

Da die Mama des Kleinen total auf “Skandi-Design” steht, mussten ein paar geometrische Formen dazu.

Mit Farbe wird es noch schöner

Schwarz-weiß hatte schon was. Minimalistisches Design finde ich mega cool. Aber wenn man auf eine weiße Karte nur zwei kleine schwarze Buchstaben stempelt oder eben “nur” ein paar Minuten Fineliner-Skizzen drauf zeichnet, dann muss das schon irgendwie “bold” sein, damit es “nach etwas aussieht”. Außerdem hatte ich sowieso meine “Whitenights”-Wasserfarben mal wieder nutzen wollen.

Also malte ich verschiedene türkis-, blaue und violette Elemente bzw. Streifen auf die Karte. Irgendwie wurden es immer mehr – schließlich war die ganze Karte getaucht in ein Blau.

Dass ich einen weißen Rahmen gelassen hatte, gefiel mir ganz gut.

Zuviel Farbe braucht wieder Kontrast

Um wiederum ein wenig Kontrast zurück zu holen, fügte ich zuletzt ein paar Details mit weißem Gel-Pen (Uniball) hinzu. Voilà!

Tatsächlich haben die weißen Linien das Ganze irgendwie abgerundet. Ich bin jedenfalls sehr happy mit meiner mal etwas anderen Taufkarte.

Liebste Greetz

Silja

Zeichnen unter Zeitdruck – und zwar auf der Spree!

Zeichnen unter Zeitdruck – und zwar auf der Spree!

Heute habe ich wieder einen Zeichentipp im Gepäck: Zeichnen unter Zeitdruck. Eine ideale Übung, um “mal wieder reinzukommen”. Die Skizzen werden zwar nicht superduper tauglich, um sie an die Wohnzimmerwand zu pinnen, aber – und das ist das Wichtige – du übst deinen “Strich” und dein Auge *zwinker*.

Am besten sucht man sich bewusst eine Situation, in der man keine Chance hat, wenn man nicht Vollgas gibt beim Zeichnen. Das kann im einfachsten Fall eine Fernsehsendung oder ein Youtube-Video sein. Es sollte schon eine Doku oder ein Interview sein, damit man zumindest ein paar mehr Blicke jeweils auf ein und dasselbe Motiv erhaschen kann. Aber es sollte auf jeden Fall irgendwie vorangehen, damit man unter Zeitdruck kommt. Noch besser natürlich ist es, etwas draußen zu zeichnen. Urban Sketching lässt grüßen.

Dieses Wochenende waren wir in unserer schönen Hauptstadt. So hatte ich das grandiose Glück, eine schöne Touri-Tour zu machen, nämlich eine Spree-Rundfahrt. Solltest du ebenfalls das Glück haben, in einer größeren Stadt zu wohnen, die Bootsrundfahrten oder Sightseeing-Busse aufwarten kann, vielleicht auch für dich eine Option. Oder eben beim nächsten Besuch…

So habe ich diese eine Spreerundfahrt genutzt, um mein Skizzenbuch zu bekritzeln. Echt eine Herausforderung. Manchmal war ich sogar ganz happy, wie ich mal den ein oder anderen Teil eines Gebäudes “erkennbar” hinbekommen habe…

…manchmal war ich enttäuscht, dass wir zu schnell an etwas schon vorbei waren oder dass mir keinerlei Kombination auf einer Seite gelungen war.

Zwischendurch handschriftliche Notizen finde ich schlicht schick – helfen ehrlich gesagt aber auch, später zu erinnern, was es war.

Nebenbei wird so eine Zeichensammlung eine erfrischende Abwechslung zu den schnell geknipsten Handyfotos und eine bleibende Erinnerung – wenn man mal wieder wie ich nicht dazu kommt, Fotos auszusuchen und zu entwickeln.

Auch interessant: wie viele Zeichnungen schafft man in so kurzer Zeit? Ich habe unsere einstündige Spreefahrt auf sechs Seiten im Skizzenbuch verewigt.

In jedem Fall habe ich etwas gelernt und mal wieder eine Momentaufnahme, wie aktuell mein Strich unter Zeitdruck aussieht. Komme ich mal wieder zu einer Bootstour in einer Stadt – mal sehen, wie es das nächste Mal läuft.

Liebste Greetz & einen guten Start in die Woche

Silja