Du hast kein Talent

Du hast kein Talent

Innerer Feind, böser Affe oder der eigene Kritiker… es gibt viele Namen für das Phänomen, das diese innere Stimme in deinem Kopf beschreibt, die deine kreativen Werke schon während des Prozesses abwertet.

Kennst du das? Du malst etwas und in deinem Kopf hörst du…

  • Was soll denn das sein? Das sieht ja mal gar nicht aus wie ein…
  • Du hast überhaupt kein Talent
  • Das ist ja furchtbar, total hässlich
  • Hat das ein Kind gemalt?
  • Hör auf, du machst dich lächerlich.
  • Glaubst du wirklich, das will irgendjemand sehen?
  • Totale Zeitverschwendung hier

So jedenfalls hört sich das in meinem Kopf an. Oder hörte… denn ich habe gelernt, dieser inneren Stimme was entgegen zu halten, um mich viel freier zu fühlen. Jetzt habe ich ungestört Spaß am kreativen Schaffen. Wenn dir es manchmal ähnlich ergeht, habe ich hier ein paar Tipps gesammelt, wie man diesen inneren Fiesling in seine Schranken weist.

Gestatten, ich bin’s, dein innerer Kritiker

Julia Cameron (“Der Weg des Künstlers”) sieht in dem inneren Feind negative Glaubenssätze oder Affirmationen, die die eigene Kreativität blockieren. Diese negativen Gedanken, entspringen negativen Einstellungen, die wir gegenüber Künstlern (verrückt, unglücklich, Schaumschläger, wirklichkeitsfremd, Tagträumer, o.ä.) haben. Diese projizieren wir auf die eigene Arbeit, die somit per se nicht gut sein kann. Wer will schon von sich aus unglücklich und verrückt werden? Oder so von anderen gesehen werden?

Danny Gregory, ein Illustrator, Künstler und Autor aus New York hat ein ganzes Buch nur über diesen inneren Kritiker geschrieben – er nennt ihn den Affen (“Shut Your Monkey”). Er berichtet davon, wie der Affe ihn selbst, aber auch Kreative um ihn herum, wenn nicht gar alle Leute in ihren Entscheidungen und Unternehmungen limitiert.

Doch warum so viel Kritik?

Das Ziel dieser inneren Stimme sei es, dich über die negativen Konsequenzen zu informieren, dich zu alarmieren, dir tatsächlich Sorgen zu bereiten und letztlich dich von Vorhaben abzuhalten. Das wird manchmal auch die Stimme der Vernunft genannt. Hör auf mit den Träumereien und such’ dir einen richtigen Job! Eigentlich will diese Stimme nur Gutes – nämlich dich vor Versagen und Schaden bewahren.

Allerdings macht sie manchmal ihren Job so gut, dass sie damit deine Energie auffrisst, deine Träume zerstört und möglicherweise auch dein Glück beeinträchtigt.

Scheitern bringt einen weiter

Es gibt schließlich auch ganz andere Empfehlungen, die sagen, dass man ruhig scheitern soll, um die Erfahrungen zu sammeln und es beim nächsten Versuch besser hinzukriegen.

Ein schönes Zitat hierzu von Simon Beckett (Autor) lautet:

Ever tried. Ever failed. No matter.

Try again. Fail again. Fail better.

Wir Menschen sind bekanntlich Gewohnheitstiere. Wenn wir es uns in unserer Komfortzone gemütlich gemacht haben, ist das ganz angenehm. Aber wirklich wachsen tun wir an den Herausforderungen. Man muss raus aus der Komfortzone und etwas wagen, um am Ende mehr zu gewinnen. Mindestens an Erfahrung.

Die Kunst im Umgang mit der inneren Stimme

Tatsächlich ist diese innere Stimme insbesondere fürs kreative Schaffen hinderlich. Dabei meine ich jede Art von Kreativität. Das kann das Malen oder Nähen sein, aber auch neue Ideen für Prozesse im Job zu generieren. Der innere Kritiker behindert jede Art von Kreativität, da dies immer mit etwas Neuem verbunden ist. Umbruch und Veränderung hasst der “Monkey” total.

Danny Gregory schreibt weiter, dass das Auftauchen der inneren Stimme zunächst einmal nur ein Signal ist, dass wir uns hier auf unbekanntes Terrain wagen. Dies müsse man sich unbedingt merken. Immer wenn die fiese kleine Stimme auftaucht, wird es sein, weil du gerade dabei bist, etwas zu ändern oder etwas Neues zu tun.

Die Kunst besteht jetzt darin, diese Stimme einerseits zu nutzen (vielleicht hat sie manchmal mal Recht mit den Gefahren, auf die sie hinweist), um sich auf mögliche Risiken vorzubereiten, aber sich auf keinen Fall von ihr unreflektiert vom Kurs abbringen zu lassen.

Wie man das schafft, dazu habe ich verschiedene Übungen zusammen getragen.

3 Übungen, um deinen Kritiker zum Schweigen zu bringen

Zuhören

Das Wichtigste ist zunächst, sich überhaupt bewusst zu werden, dass dieser negative innere Kritiker spricht, wenn du deine eigenen Werke extrem schlecht beurteilst, noch während du an der Arbeit bist. Es ist eine Seite von dir, nicht dein ganzes Selbst.

Deswegen musst du dieser Stimme erst einmal zuhören. Was kritisiert sie tatsächlich? Schreibe so eine Liste, wie ich sie oben gemacht habe, auf. Nehmen wir einmal an, du malst gerade ein Bild. Wenn es nun deine beste Freundin wäre, die dieses Bild hier vor deinen Augen malen würde. Würdest du ihr genau diese Sätze entgegen schmettern?

Sich mit dem inneren Kritiker auseinandersetzen

Als nächstes muss man sich mit dem inneren Kritiker auseinandersetzen. Eine Möglichkeit ist es, tatsächlich eine Art Dialog zu führen. Manche Leute – ich habe es z.B. in einem Interview mit der Künstlerin Ohn Mar Win gehört – setzen sich hierfür wirklich in einen Sessel und führen ein Gespräch.

“Das sieht ja furchtbar aus. Hör bloß auf damit. Du verschwendest deine Zeit.”

Sie versuchen dann, mit einer neugierigen oder neutraleren Seite von sich zu antworten oder nachzufragen. Z.B.

“Aha, du findest das also nicht schön, was ich gerade male. Warum?”

“Weil es überhaupt nicht so aussieht, wie du es dir in deinem Kopf vorstellst.”

“Ja, das stimmt, aber ich bin einfach noch nicht so gut mit meinen Strichen. Dafür übe ich ja hier.”

“Das ist Zeitverschwendung.”

“Das finde ich nicht. Denn wenn ich nicht übe, wird es ja nicht besser. Und außerdem habe ich Spaß daran.”

So könnte ein Dialog bei mir aussehen. Spätestens jetzt hat die innere Stimme kein Argument mehr. Denn hey, gegen Spaß haben, kann man ja schlecht was einwenden.

Den inneren Kritiker visualisieren

Eine weitere Möglichkeit ist es, sich eine Person vorzustellen, die einen in der Vergangenheit kritisiert und an kreativen Vorhaben gehindert hat. Diese Person kannst du skizzieren und mit all den Kritikpunkten umgeben, die sie oder jemand anderes dir gesagt haben. Am Schluss darfst du genüsslich all die verletzenden Punkte, die nicht der Wahrheit entsprechen, durchstreichen.

Ich habe hier ein Bild meines damaligen Kunstlehrers gemalt.

Auch wenn er nur einige dieser Punkte gesagt hat, glaube ich, dass seine Art von Unterricht wesentlich dazu beigetragen hat, dass ich keine Freude an Kunst oder Malen in der Schule hatte. Obwohl ich zu Hause täglich malte und zeichnete.

Dementsprechend kam es mir nicht in den Sinn, einen kreativen Beruf anzustreben. Glücklicherweise habe ich den inneren Kritiker überwunden und wieder begonnen kreativ zu sein. Seitdem ich neben meinem Beruf so viel zeichne, Letterings mache oder DIY-Projekte, bin ich viel ausgeglichener und glücklicher.

Weghören

Wenn der Affe immer noch nicht Ruhe gibt, gibt es den konfrontativen Kurs. Das heißt, einfach über ihn hinweggehen. Entweder man hört bewusst weg, oder man bringt ihn zum Schweigen, in dem man tatsächlich sich etwas anderes auf die Ohren spielt. Z.B. per Kopfhören Musik direkt in die Ohren. (Ausprobieren! Ist echt witzig!)

Die rote Pille schlucken

Oder man “schluckt immer die rote Pille”. Ich habe mal bei Unilever im Marketing gearbeitet. Eine besonders erfolgreiche Marke ist “Axe” (Duschgel, Bodyspray, u.ä. für pubertierende Männer ;-)). Bei Axe gab es diese Grundansage, immer die rote Pille zu schlucken. Damit ist gemeint, immer wenn es zwei Optionen gibt, dann nehmen wir die, die uns aus der Komfortzone herausbringt.

Das Ende des inneren Kritikers

So kann es auch bei dem eigenen Kritiker gehen. Wenn er anfängt mit seinen Negativtiraden, sagst du dir streng und bestimmt: Schluss damit, wenn das also der unsichere Weg ist, das ist die rote Pille, die nehme ich. Und du gehst über ihn hinweg, ohne ihn zu Ende angehört zu haben.

Ich jedenfalls habe mittlerweile schon richtig Spaß daran gefunden, meinen inneren Kritiker herauszukitzeln – und eben per se ihm nicht die Show zu überlassen.

Liebe Greetz

Silja

Zeichnen unter Zeitdruck – und zwar auf der Spree!

Zeichnen unter Zeitdruck – und zwar auf der Spree!

Heute habe ich wieder einen Zeichentipp im Gepäck: Zeichnen unter Zeitdruck. Eine ideale Übung, um “mal wieder reinzukommen”. Die Skizzen werden zwar nicht superduper tauglich, um sie an die Wohnzimmerwand zu pinnen, aber – und das ist das Wichtige – du übst deinen “Strich” und dein Auge *zwinker*.

Am besten sucht man sich bewusst eine Situation, in der man keine Chance hat, wenn man nicht Vollgas gibt beim Zeichnen. Das kann im einfachsten Fall eine Fernsehsendung oder ein Youtube-Video sein. Es sollte schon eine Doku oder ein Interview sein, damit man zumindest ein paar mehr Blicke jeweils auf ein und dasselbe Motiv erhaschen kann. Aber es sollte auf jeden Fall irgendwie vorangehen, damit man unter Zeitdruck kommt. Noch besser natürlich ist es, etwas draußen zu zeichnen. Urban Sketching lässt grüßen.

Dieses Wochenende waren wir in unserer schönen Hauptstadt. So hatte ich das grandiose Glück, eine schöne Touri-Tour zu machen, nämlich eine Spree-Rundfahrt. Solltest du ebenfalls das Glück haben, in einer größeren Stadt zu wohnen, die Bootsrundfahrten oder Sightseeing-Busse aufwarten kann, vielleicht auch für dich eine Option. Oder eben beim nächsten Besuch…

So habe ich diese eine Spreerundfahrt genutzt, um mein Skizzenbuch zu bekritzeln. Echt eine Herausforderung. Manchmal war ich sogar ganz happy, wie ich mal den ein oder anderen Teil eines Gebäudes “erkennbar” hinbekommen habe…

…manchmal war ich enttäuscht, dass wir zu schnell an etwas schon vorbei waren oder dass mir keinerlei Kombination auf einer Seite gelungen war.

Zwischendurch handschriftliche Notizen finde ich schlicht schick – helfen ehrlich gesagt aber auch, später zu erinnern, was es war.

Nebenbei wird so eine Zeichensammlung eine erfrischende Abwechslung zu den schnell geknipsten Handyfotos und eine bleibende Erinnerung – wenn man mal wieder wie ich nicht dazu kommt, Fotos auszusuchen und zu entwickeln.

Auch interessant: wie viele Zeichnungen schafft man in so kurzer Zeit? Ich habe unsere einstündige Spreefahrt auf sechs Seiten im Skizzenbuch verewigt.

In jedem Fall habe ich etwas gelernt und mal wieder eine Momentaufnahme, wie aktuell mein Strich unter Zeitdruck aussieht. Komme ich mal wieder zu einer Bootstour in einer Stadt – mal sehen, wie es das nächste Mal läuft.

Liebste Greetz & einen guten Start in die Woche

Silja

Wie man einen Bagger zeichnen kann | Fahrzeughits der Kids

Wie man einen Bagger zeichnen kann | Fahrzeughits der Kids

Einen Bagger zeichnen gehört natürlich genauso zum Pflichtprogramm einer Jungsmama wie ein Auto. Aber wenn man es in kleinere Schritte unterteilt, gelingt es auf Anhieb. Hier habe ich eine kleine Schritt-für-Schritt-Anleitung wie man einen Bagger zeichnen kann – ohne großartige Zeichenkünste, klar!

Vor dem Start – so zur Motivation und echt, das geht leichter als es vielleicht auf den ersten Blick aussieht – ein Blick aufs Ziel. So kann also ein gezeichneter Bagger aussehen.

Bagger-zeichnen-fertiger-Bagger

Das kleine Projekt Bagger zeichnen habe ich in – lass mich mal zählen – sechs Schritte unterteilt.

  1. Zwei Fenster zeichnen
  2. Baggerführerhäuschentür (ob das wohl wirklich so heißt?)
  3. Baggerfahrzeugrumpf (OK, das heißt bestimmt anders!)
  4. Kettenräder und Baggerarm in einfach
  5. Mehr Details einbauen
  6. Und noch mehr Details zum Finalisieren

Zuletzt dann nach Laune ausmalen oder jetzt das Bild dem Junior rüberschieben und ihn malen lassen. Der wird Augen machen! Und du kannst dich als beste Zeichenmama stolz zurück lehnen.

Wie ich das Ganze ausgemalt habe, siehst du oben.

Viel Spaß!

Liebste Greetz

Silja

Ein Auto zeichnen | Fahrzeughits der Kids

Ein Auto zeichnen | Fahrzeughits der Kids

Ich bin ja Jungsmama… und ja, meine Jungs fahren voll ab auf Fahrzeuge. Autos, Bagger, Feuerwehrautos, egal, Hauptsache Räder dran und am besten auch laut. Ungläubig beobachte ich, wie schon der Lütte, der jetzt gut ein Jahr ist, sich Autos seines Bruders schnappt, sie mit der dicken Hand über den Boden drückt, und dazu macht er ein fröhliches “Ummm”.

Tja, und da man die Feste ja bekanntlich feiern soll wie sie fallen, übe ich nun Fahrzeuge zu zeichnen für meine Jungs. Denn was kommt von meinem Großen, wenn wir zusammen malen? “Mama, wie zeichnet man ein Auto?”

Heute habe ich daher für euch ein paar Auto-Zeichen-Anleitungen mitgebracht. Und alle Fahrzeug-Zeichenanleitungen natürlich Schritt-für-Schritt, damit auch diejenigen von uns, die kein Talent zum Zeichnen besitzen, ihre Jungs mit 1a-Autos beeindrucken können. Man kann echt ein easy Auto zeichnen. Schaut doch mal!

Ein cooles Auto zeichnen Schritt-für-Schritt

Wir wollen also ein Auto zeichnen. Und zwar in richtig cool. So sieht’s aus! Und das kann jede Mama. Unten gibt’s die Schritte und danach noch einmal die Autos für die ganz Kleinen – sprich: noch einfachere Alternativen. Aber dieses ist schon was, oder?

So geht’s:

Ein einfaches Auto zeichnen – Schritt-für-Schritt

Also der weiße Combi oben ist ja schon schick, was? Aber okay okay, ich kann schon hören, dass die ein oder andere Mama sich da nicht ran traut. Also gibt es hier ein paar noch einfachere Alternativen, um ein Auto zu zeichnen.

Also, jetzt aber bitte bitte ran an den Stift und losgemalt und dann deinem Kleinen gezeigt oder vorgemalt. Viel Spaß!

Liebste Greetz

Silja

Art Journaling für Anfänger | Eine grandiose Idee für den Urlaub

Art Journaling für Anfänger | Eine grandiose Idee für den Urlaub

Art Journaling ist ein neuer Kreativtrend. Dabei geht es darum, ein Tagebuch statt mit Text mit Bildern zu führen. Man kann Eintrittskarten oder ein Stück schönes Papier einkleben oder einfach Eindrücke mit gemalten oder skizzierten Bildern festhalten. Ich wollte gar nicht mit Art Journaling anfangen, da es mir zu hochtrabend und anspruchsvoll klang. Aber ich war im Urlaub in Barcelona und hatte extra ein neues, kleines Skizzenheft mitgenommen, in dem ich zeichnen, doodeln und Hand Lettering üben wollte. Und dann wurde daraus mein erstes Art Journal… jetzt bin ich Fan!

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Vielen Dank für euer Feedback!

Hallo zusammen, Ende Januar hatte ich eine kleine Umfrage zum Thema “Kreativ Sein” gemacht. Über 70 Leute haben daran teilgenommen, wofür ich euch ganz herzlich danken möchte. Für mich sind eure Meinungen sehr wichtig und wertvoll in der Frage, in welche Richtung und mit welchen Themen ich CREATIPSTER weiterentwickeln soll.

Als kleines Dankeschön für die Teilnahme will ich fünf Teilnehmern als Geschenk ein “Handlettering Piece” machen. Ihr wisst ja, ich liebe Karten zu gestalten und lerne fleißig Hand Lettering. 41 Leute hatten hierfür ihre E-Mail-Adresse angegeben.

Heute habe ich mithilfe der Funkiton “Zufallszahl” in Excel die Gewinner gezogen… Tadaaa!

Herzlichen Glückwunsch den Fünfen und noch einmal ein ganz großes Dankeschön an alle, die bei der Befragung mitgemacht haben. Ihr habt mir sehr wertvolle Hinweise gegeben!

Liebe Greetz

Silja