Heute habe ich einen Tipp für ein super kreatives Buch für euch, mit dem ihr kreativ werden, zeichnen lernen und eine Menge Spaß haben könnt. Und das Tolle: das Buch und seine kleinen, lustigen “Übungen” passen sogar in mini-kleinen Häppchen in jeden vollen Familien- und Joballtag. Ach ja, und es ist auch grandios für Hand Lettering Fans und Sketchnote Lunatics.

Wer kreativ werden oder zeichnen lernen will oder die Angst vor dem leeren Blatt verlieren, der braucht dieses Buch. Ein Buch zum drauflos und rein Zeichnen – nur so zum Spaß. Ich habe die ersten Seiten gefüllt und ziehe es immer heran, wenn ich nicht weiß, was ich zeichnen könnte, aber gerade irgendwie 5 Minuten Zeit habe. Zum Beispiel im Wartezimmer beim Arzt, beim Warten auf den Bus oder eben abends, wenn die Kinder endlich schlafen und ich keine Kraft mehr für ein großes Projekt habe, aber eben doch noch meine 10 Minuten Zeichnen pro Tag machen möchte. Doch es geht im Grunde gar nicht um Zeichnen Lernen, sondern ums kreativ Werden. Die eigene Kreativität entfalten. Irre, oder? Aber von vorn.

Mittlerweile besitze ich eine Reihe wirklich hervorragender Bücher übers Zeichnen Lernen, Doodling, DIY Projekte, etc. Ich wollte schon immer mal eine Kategorie mit meinen Buchtipps anlegen, kam aber nicht dazu. Heute zeichnete ich gerade mal wieder in eine meiner kreativen Errungenschaften aus Barcelona (Tipp für einen super Buchladen für Kreative: der Souvenir-Bookshop unten in Gaudís Casa Milá La Pedrera am Passeig de Grácia), da dachte ich mir, das ist doch ein perfekter Tipp für einen kreativen Frühling.

Buchtipp: Kreativ Werden mit “Drawing is Magic”

Der komplette Titel heißt “Drawing ist Magic – Discovering yourself in a Sketchbook” und ist von John Hendrix (Preis: ca. 17 EUR). So sieht’s aus von außen. Und ähnlich bunt gemischt an Lettering Stilen und Zeichnungen geht es drinnen weiter.

Es ist ein total verrücktes, voll gekritzeltes Buch, mit wiederum vielen Flächen (meist keine ganzen Seiten), in die man eigene Zeichnungen einfügen soll. Am Anfang dachte ich, es sei zu viel “schon drin” und man könne dann nicht in Ruhe seine eigenen Sachen zeichnen. Aber es ist super, dass jede Seite “schon was hat”. So verliert man sofort die Ehrfurcht vor dem Buch und seinen Seiten und kann mitten hinein ins Chaos zeichnen.

Hier habe ich zum Beispiel einfach auch dem Buch “hello” gesagt. Dadurch dass – zumindest auf manchen Seiten, der “Theorie” schon viel gezeichnet ist, in ganz unterschiedlichen Stilen, kann man wunderbar bestehende Zeichnungen ergänzen oder eigene hinzufügen.

Der Untertitel des Buches heißt “Discovering yourself in a Sketchbook”. In der Tat ist es kein Buch mit Zeichenübungen, um technisch Zeichnen zu lernen. Sondern es geht darum, die eigene “visuelle Stimme” zu finden. Jeder Künstler will etwas ausdrücken. Kunst soll dem Betrachter etwas vermitteln und ihn berühren. Dieses Buch will helfen, das Thema zu finden, das einen selbst auszeichnet als Künstler. Es soll dir helfen, die Aussagen oder Gedanken, die du vielleicht mit anderen teilen möchtest, zu finden. So gibt es immer wieder Passagen oder Seiten und eben entsprechende Zeichenübungen, die einem auf diesem Weg begleiten.

Beispielhafte Zeichenübungen

Eine der ersten Übungen (beim Thema “Materialkunde”) war es, irgendetwas zu zeichnen, das man sah – aber natürlich mit permanentem Stift und nicht mit Bleistift. Denn eine der ersten Aussagen des Buches ist es, dass man beim Zeichnen mit Bleistift zu sehr in Perfektionismus verfällt. Das kenne ich. Mit dem Bleistift mache ich meist viele kleine Strichchen oder ziehe eine Linie drei-, viermal, bis ich mit dem Verlauf zufrieden bin. Mit dem schwarzen Fineliner zu zeichnen ist da anfangs nicht nur eine Umstellung, sondern kostet Überwindung. Eine Linie. Nur ein Versuch. Zack, das war’s.

Aber mittlerweile finde ich es befreiend. Denn ich muss nicht nach jedem Strich bewerten, ob der jetzt richtig ist oder ob ich es noch einmal versuche. Und dann nach dem dritten Versuch mir eingestehen, dass ich es wohl nicht besser könne und deswegen bei diesem Versuch bleiben müsse. Wie deprimierend sich die ganze Zeichnung lang, solche Sätze zu sagen! Nein, beim Fineliner macht man einen Strich. Da isser jetzt. Fertig. Dadurch wird man viel schneller, mutiger und – witzigerweise – zufriedener. Jeder Strich ist richtig. Es gibt kein falsch. Und dann geht es weiter. Und am Ende sieht es ziemlich cool aus. Vielleicht ein bisschen “quirky” und schräg, aber immer cool. Denn man hat ein Bild auf eine Seite gezaubert. Mit dem eigenen, individuellen Strich.

Ich habe hier die neuen Turnschuhe meines Sohnes gezeichnet, die er ausgezogen hatte, um barfuß durch den Sand zu laufen. Es sind seine ersten Turnschuhe, und lustigerweise hat er in den ersten Tagen tatsächlich einmal auf den Nike “Swoosh” gezeigt und gesagt, er fände es schön, dass seine Schuhe “das hier” hätten. *lach* Keine Ahnung, wie das gemeint war. Ich denke, er hatte das Zeichen schon bei Schuhen seines Papas oder Freunden gesehen, die wir als “Turnschuhe” bezeichnet hatten, und fand es jetzt super, auch solche zu besitzen.

Anyways… eine andere wirklich mini-kleine Übung bzw. Doodle Prompt ist diese hier, in der ich mein Mittagessen zeichne. An sich nicht viel, aber schaut mal, mit den kleinen lustigen Bannern darunter wird das bestimmt eine schicke Serie. Und wie gesagt, es geht darum, ANZUFANGEN mit dem Zeichnen.

Ich habe irgendwo mal einen super Spruch zum Zeichnen Lernen gesehen. Ich glaube, es war der Künstler und Illustrations-Professor Felix Scheinberger, der sagte, man müsse einfach so in sein Skizzenbuch zeichnen. Immer wieder. Am besten jeden Tag. Einfach das, was einem gefällt. Dann bringt es Spaß. Und wenn etwas Spaß bringt, dann macht man es wieder. Und wenn man es immer wieder macht, übt man es. Nur so wird man besser und am Ende richtig gut.

Das kann ich so unterschreiben. Seitdem ich jeden Tag einfach so zum Spaß zeichne, und zwar Sachen, die mir gefallen auf eine Art und Weise, wie ich gerade Lust habe, seitdem bin ich quasi süchtig danach. Wenn ich abends noch nicht dazu gekommen bin, werde ich unzufrieden. Und dann muss ich doch nochmal zum Stift greifen. Aber es eben kein negatives “Hausaufgaben-machen-müssen”-Gefühl, sonders ein innerer, starker Wunsch. Denn ich bin süchtig nach diesem Spaß beim Zeichnen. Genau: Drawing IS Magic!

Klar, das vermittelt auch dieses Buch. Mach, was du willst. Zeichne, wie du willst. Was du willst. Immer wieder. Zum Beispiel in dieses vollgekritzelte Skizzenbuch. Dann wirst du nicht nur besser, sondern entdecken, welches Thema dich auszeichnet und lernst dich selbst besser kennen. Uiii… und dann werden wir Künstler, was?

Auf einen kreativen Frühling!

Liebste Greetz

Silja

 

P.S. Das hier ist keine Produktwerbung oder so, sondern einfach nur ein hervorragendes Buch, das ich im Urlaub gekauft habe und weiterempfehle.

 

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